Rom: "Anima" feiert 600-jähriges Bestehen
Rom, 21.5.06 (KAP) Mit einem Festgottesdienst hat das österreichisch-deutsche Priesterkolleg "Santa Maria dell'Anima" am Sonntag in Rom sein 600-jähriges Bestehen begangen. Bei der Messe in der Kollegskirche unweit der Piazza Navona verwies der Präfekt der vatikanischen Bildungskongregation, Kardinal Zenon Grocholewski, auf die wechselhafte Geschichte der Anima-Stiftung. Die Seelsorge müsse stets im Zentrum stehen. Ausdrücklich warnte der polnische Kurienkardinal die Priester, die von der Anima aus, ihre römischen Studien durchführen, vor kirchlichem Karrieredenken und vor einer einseitigen Betonung der Gelehrsamkeit auf Kosten der Seelsorge.
Der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Msgr. Ägidius J. Zsifkovics, und der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff unterstrichen in Grußworten die Verbundenheit der beiden Bischofskonferenzen mit der Anima. Bereits vor einer Woche hatte Papst Benedikt XVI. die Anima bei einer Audienz für deren Leitung und ihre Geistlichen als "Heimstätte" deutschsprachiger Pilger durch die Jahrhunderte bezeichnet. Das Priesterkolleg habe eine Brückenfunktion zwischen der Weltkirche und der Kirche im deutschsprachigen Raum.
Die Anima geht auf eine Gründung der Eheleute Johann und Katharina Peters aus dem niederländischen Dordrecht zurück, die im 14. Jahrhundert hier ein Hospiz für "arme Leute der deutschen Nation" unter dem Titel "Sancta Maria Animarum" gründeten. In einem Schreiben vom 21. Mai 1406 bestätigte Papst Innozenz VII. die Gründung. Knapp 40 Jahre später wurde die "Anima" vom Papst zur Seelsorge an den Pilgern und Armen, zu regelmäßigen Gottesdiensten und zur Spendung der Sakramente ermächtigt. Die Anfang des 16. Jahrhunderts erbaute Kirche ist bis heute Pilgerkirche sowie Zentrum und "Pfarrkirche" der deutschsprachigen Katholiken in Rom. Aus dem ehemaligen Pilger-Hospiz wurde im Laufe der Geschichte ein Studienkolleg für Priester.