München: Programm des CV-ÖCV-Jubiläums vorgestellt
München, 23.5.06 (KAP) Mit großen Feiern in München begehen der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) und der Österreichische Cartellverband (ÖCV) am Wochenende in München das Jubiläum "150 Jahre Cartell der katholischen farbentragenden Verbindungen". Den Festgottesdienst am Sonntag um 11.30 Uhr im Münchner Dom feiern Kardinal Friedrich Wetter und der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser.
Im Rahmen der Feiern halten CV und ÖCV am Samstag um 15 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Dachau auch ein Gedenken für ihre Opfer ab. Allein im KZ Dachau waren mehr als 100 Mitglieder des CV und ÖCV inhaftiert. In den KZs kamen mehr als 50 ÖCVer ums Leben.
Den deutschen CV und den Cartellverband der katholischen österreichischen Studentenverbindungen (ÖCV) verbindet eine gemeinsame Geschichte. Erst das NS-Regime mit dem Verbot des CV erzwang die Trennung der Verbände 1933.
Bei einer Pressekonferenz am Dienstag in München wurde bekannt, dass auch prominente Mitglieder wie Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, der ehemalige deutsche Verfassungsrichter Paul Kirchhoff und TV-Moderator Thomas Gottschalk ihr Kommen zu den Jubiläumsfeiern zugesagt haben. Mit seinen mehr als 30.000 Mitgliedern und 126 Einzelverbindungen in Deutschland, Polen, Italien und Belgien ist der CV der größte katholische Akademikerverband Europas. Auf dem Programm stehen auch zahlreiche Vorträge und ein Festkommers.
Benedikt XVI. ist CVer
Der prominenteste lebende CVer ist Papst Benedikt XVI. Als Geburtsstunde des CV gilt das Freundschaftsabkommen, das die katholischen Verbindungen "Winfridia" in Breslau und "Aenania" in München am 6. Dezember 1856, zu Zeiten des Kulturkampfs, schlossen.
Die Cartellbrüder, die sich dem Verband für das ganze Leben verpflichtet fühlen, sind nichtschlagend und teilen die Prinzipien Religio (Bekenntnis zur römisch-katholischen Kirche), Scientia (Wissenschaft), Amicitia (Freundschaft) und Patria (Heimat). Das NS-Regime verbot den CV und verfolgte geheime Treffen ebenso wie einzelne Mitglieder. Herausragende Persönlichkeiten des CV waren damals Clemens August Kardinal von Galen, der zeitweilig im KZ Sachsenhausen internierte selige Jesuitenpater Rupert Mayer sowie der von den Nazis hingerichtete ehemalige Staatspräsident von Württemberg, Eugen Bolz.
In Westdeutschland wurde der Cartellverband 1950 wiedergegründet. In der DDR trafen sich die Cartellbrüder geheim, dort wurde 1986 noch vor der Wende die Verbindung Germania in Leipzig ins Leben gerufen.