Papst betete in Rom den traditionellen Kreuzweg
Zehntausende Gläubige kamen zum Kolosseum. Meditationen zu den 14 Stationen stammten dieses Jahr von indischem Erzbischof. Benedikt erinnerte an gegenwärtig Leidenden
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Kolosseum in Rom |
(Radio Vatikan) Papst Benedikt XVI. hat am Freitagabend den traditionellen Kreuzweg gebetet. Zehntausende Gläubige folgten beim Kolosseum dem symbolischen Leidensweg Christi. Die Meditationen zu den 14 Stationen vom Garten Gethsemani bis zum Kreuz stammten dieses Jahr von dem indischen Erzbischof Thomas Menamparampil. Er formulierte seine Betrachtungen nach eigenen Worten als „Hymnus der Hoffnung“. Während des Gebets trugen abwechselnd Katholiken aus unterschiedlichen Regionen der Welt ein schlichtes Holzkreuz auf den Palatin-Hügel. Von dort verfolgte Benedikt XVI. die Zeremonie.
Der Papst erinnerte zum Abschluss des Kreuzweges an die gegenwärtig Leidenden. Jesus habe alle menschlichen Ängste auf sich genommen. „Sein Antlitz spiegelt sich in dem jedes gedemütigten und verletzten Menschen, jedes Kranken und Leidenden, Einsamen, Verlassenen und Verachteten“, so Benedikt XVI. Erneut betete er für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in den Abruzzen und ihre Angehörigen, „damit auch ihnen der Stern der Hoffnung und das Licht des auferstandenen Herrn aufgeht“.
Die Gebete des Kreuzweges riefen gegen Angst und globale Probleme zu „Hoffnung wider jede Hoffnung“ auf. „Unter der Oberfläche von Naturkatastrophen, Kriegen, Revolutionen und Konflikten aller Art gibt es eine stille Gegenwart, ein zielgerichtetes göttliches Handeln. Sie bleibt verborgen in der Welt, in der Gesellschaft, im Universum“, hieß es in dem Text des indischen Erzbischofs. Anhand der Stationen des Leidenswegs Jesu riefen die Meditationen zu Gewaltverzicht auf. Menamparampil zitierte Franz von Assisi, Mahatma Gandhi, Rabindranath Tagore und Mutter Teresa.
Ohne auf die Ausschreitungen militanter Hindus gegen Katholiken im vergangenen Herbst in Indien konkret einzugehen, sprach die Meditation von neuen Martyrien. „Jesus leidet weiter, wenn die Gläubigen verfolgt werden“, hieß es. Die Kreuzweg-Andacht beklagte eine öffentliche Verspottung und Aufgabe von Werten. Gewalt gegen Frauen und Kinder, ethnische Konflikte, Folter und Menschenrechtsverletzungen wurden verurteilt. Zugleich erinnerte der Text an die Verantwortung für eine gemeinsame Zukunft und warnte vor Raubbau und Umweltverschmutzung.
Katholiken unterschiedlicher Nationen wechselten sich beim Tragen des schlichten schwarzen Holzkreuzes ab. Stellvertretend für die Leidenden übernahmen ein junger Rollstuhlfahrer und ein Kranker gemeinsam mit Betreuern das Kreuz für einige Stationen.
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