Papst Benedikt feiert 82. Geburtstag
Feierlichkeiten im Wiener Stephansdom. Benedikt wurde an einem Karsamstag in Marktl/Inn geboren. Anlässlich seiner Papstwahl vor vier Jahren lädt Kardinal Schönborn zu "Te Deum"
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Wien (KAP) Der 82. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. wird am Donnerstag, 16. April, im Wiener Stephansdom um 18 Uhr mit einem Gottesdienst "in den Anliegen des Heiligen Vaters" begangen. Zelebrant ist der Wiener Familienseelsorger P. Werner Kuller. Am Sonntag, 19. April, wird der 4. Jahrestag der Wahl Benedikts XVI. im Stephansdom gefeiert. Kardinal Christoph Schönborn lädt um 16.30 Uhr zu einem feierlichen "Te Deum" ein. Der neue Apostolische Nuntius in Wien, Erzbischof Peter Zurbriggen, wird bei diesem "Te Deum" erstmals in der kirchlichen Öffentlichkeit präsent sein.
Musikalisch wird der Gottesdienst mit Josephs Haydns "Te Deum für die Kaiserin" gestaltet, wie Dommusikus Thomas Dolezal mitteilte. Das Werk war für den Wien- und Eisenstadt-Besuch des britischen Admirals Horatio Nelson im Jahre 1800 komponiert worden. Die Uraufführung fand im September 1800 in der Bergkirche in Eisenstadt statt.
Lehmann: Papst will nicht "hinter das Konzil"
Der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann hat Papst Benedikt XVI. als offenen Menschen gewürdigt und ihm "Mut zur Wahrheit" bescheinigt. Das in der Öffentlichkeit verbreitete Bild eines "theologischen Hardliners", der hinter das Zweite Vatikanische Konzil zurückwolle, sei "ein haushohes Unrecht", sagte Lehmann im Gespräch mit der dpa in einer Analyse der Ergebnisse der ersten vier Jahre des Pontifikats von Benedikt XVI.: "Er ist freilich schon im Konzil und erst recht danach Fehl- und Überinterpretationen entgegengetreten. Erst recht verlangte seit 1981 das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation dies von ihm".
"Joseph Ratzinger ist ein liebenswürdiger, freundlicher und offener Mensch, der eine große bayrische Kultur mitbringt, aber immer auch eine vornehme Zurückhaltung hatte gegenüber allen Kumpaneien. Freilich scheute er auch nie den Mut zur Wahrheit", sagte Kardinal Lehmann. Auch als Papst habe Ratzinger eine Vorliebe für spirituelle Orientierung, "dies tut der Kirche von heute gut".
Von seinen allerersten Veröffentlichungen an habe Joseph Ratzinger zu den "Erneuerern von Theologie und Kirche" gehört, sagte Lehmann: "Man denke zum Beispiel nur an seine Veröffentlichungen mit Karl Rahner 'Primat und Episkopat', 'Offenbarung und Überlieferung'. In
ökumenischer Hinsicht hat er mit seinen Schülern Neuland betreten, zum Beispiel im Blick auf eine katholische Anerkennung des Augsburger Bekenntnisses".
Er finde es sehr bemerkenswert, wie der Papst "nach einem so charismatischen Vorgänger wie Johannes Paul II. einen eigenen Stil, auch im öffentlichen Auftreten, gefunden hat", betonte Kardinal Lehmann. Benedikt XVI. lege "zu ganz verschiedenen Gruppen von Menschen, denen er begegnet, ein sehr offenes und freundliches Verhältnis an den Tag".
Zu den kommenden Aufgaben Benedikts XVI. bemerkte der Kardinal: "Der Papst muss sich die Aufgaben nicht suchen. Er wird wohl die erwartete Enzyklika über die Globalisierung veröffentlichen, die mehrfach angesagt wurde und die noch sehr viel dringlicher geworden ist. Ganz gewiss wird er im Funktionieren der Kurie noch einiges erneuern, obgleich diese organisatorischen Änderungen nicht seine Leidenschaft sind. Es wird sich auch in der Ökumene, ganz sicher zunächst im Blick auf die Ostkirchen, noch einiges bewegen. Gewiss wird der Papst die schon guten Beziehungen zum Judentum noch verbessern".
Alles, was vom Papst erwartet werde, könne dieser nicht selbst ausführen, so Lehmann. "Dafür hat der Papst viele Mitarbeiter. Aber im Weltmaßstab einer Kirche in allen Ländern der Erde mit so vielen Kulturen, Mentalitäten und Sprachen ist dies ein bescheidener Stab, der ihm zur Verfügung steht. Er hat in bemerkenswerter Weise im Blick auf die letzten Wochen in seinem Brief an die Bischöfe der Welt offen Pannen eingeräumt. Ich bin überzeugt, dass er wichtige Änderungen schafft, um diese künftig zu vermeiden. Ganz verhindern kann sie kein Mensch..."
Verbunden mit Johannes XXIII.
Mit einem persönlich gehaltenen Schreiben würdigte der Papst die aus Anlass seines 82. Geburtstags und des 4. Jahrestages seiner Wahl vereinbarte Städtepartnerschaft seines Geburtsorts Marktl am Inn mit der Gemeinde Sotto il Monte in der Provinz Bergamo. Dieser Freundschaftsbund mit der Geburtsstadt von Johannes XXIII. möge daran erinnern, wie bedeutend eine Rückbindung "an unsere christlichen Wurzeln für das Leben des einzelnen sowie für den Fortbestand unserer europäischen Kultur" ist, betonte Benedikt XVI. in einer Grußbotschaft.
Die neue Städtepartnerschaft soll am Sonntag in Marktl besiegelt werden. Als Symbol werden drei Eichen gepflanzt und eine Gedenktafel enthüllt. Die Marktgemeinde unterhält bereits eine Partnerschaft mit dem polnischen Wadowice, dem Geburtsort von Johannes Paul II.
In seinem Grußwort bemerkt Benedikt XVI., dass ihn mit Johannes XXIII. besonders das Zweite Vatikanische Konzil verbinde. Der selig gesprochene Papst habe das Konzil vor 50 Jahren ausgerufen, er selber habe daran als junger Theologe teilnehmen dürfen. Die neue Städtepartnerschaft sollte daher auch ein Aufruf für eine "lebendige, stets zeitgemäße Weitergabe des unverminderten, unveränderlichen Glaubensgutes im Sinne des großen Initiators des Konzils" sein, so der Papst.
Benedikt XVI. wurde am Karsamstag, 16. April 1927, als drittes Kind des Gendarmen Joseph Ratzinger (1877-1959) und seiner Frau, der Köchin Maria Ratzinger, geborene Peintner (1884-1963), in Marktl geboren. Noch am selben Tag wurde er in der Marktler Pfarrkirche St. Oswald getauft. Die unmittelbare Verbindung von Geburt und Taufe mit dem "Triduum Sacrum", den "Drei Heiligen Tagen", hat er stets als eine besondere Verbindung seines Lebensweges mit dem Ostergeheimnis verstanden und betont.