
Vatikan zieht positive Bilanz der UN-Rassismuskonferenz
Anliegen: Situation verfolgter Christen oder Menschenhandel und Diskriminierung illegaler Einwanderer. Ahmadinejad-Eklat bedauert
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Rom, 25.04.2009 (KAP) Der diplomatische Vertreter des Heiligen Stuhls in Genf hat die UN-Rassismuskonferenz als "Schritt nach vorn" im Kampf gegen Diskriminierung und Intoleranz gewürdigt. Jetzt gehe es darum, den nötigen politischen Willen für eine Umsetzung auf nationaler Ebene zu entwickeln, sagte der vatikanische Delegationsleiter, Erzbischof Silvano Tomasi, nach Abschluss des Treffens in einem Interview gegenüber "Kathpress" am Samstag in Rom. Als besondere Anliegen des Vatikan nannte er neben der Situation verfolgter Christen die Gefahr eines neuen Rassismus durch die Fortpflanzungsmedizin, aber auch den internationalen Menschenhandel und die Diskriminierung illegaler Einwanderer. Die Konferenz war am Freitag zu Ende gegangen.
Weltweit seien Christen aller Konfessionen die größte Gruppe von diskriminierten Gläubigen, unterstrich Tomasi. Experten sprächen von 200 Millionen, deren Menschenrechte aufgrund ihres christlichen Bekenntnisses nicht respektiert würden.
Der Nuntius bedauerte, dass der Eklat um die antiisraelischen Äußerungen von Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad von den eigentlichen Inhalten abgelenkt habe. Es sei "ein Jammer", dass man dadurch "die Botschaft der Konferenz aus den Augen verloren hat", so Tomasi. Zugleich verteidigte er seine Entscheidung, dass er der Rede Ahmadinejads in voller Länge beiwohnte, statt wie andere Delegationen den Saal zu verlassen. Man müsse auch solche Meinungen "anhören, um die Freiheit der Meinungsäußerung zu wahren". Eine Grenze sei allerdings dann erreicht, wenn es um Aufstachelung zum Hass gehe.
Tomasi wies Einschätzungen zurück, dass Stellungnahmen des Heiligen Stuhls nach der Rede Ahmadinejads zu ausgewogen gewesen wäre und die Atmosphäre beim bevorstehenden Papstbesuch in Israel trüben könnten. Jüdische Konferenzteilnehmer hätten "die vatikanische Verurteilung der extremistischen Äußerungen gut aufgenommen", betonte der Erzbischof. "Ich glaube nicht, dass das, was manche Medien berichten, der Wirklichkeit der Beziehungen entspricht. Allein die Tatsache, dass der Papst nach Israel reist, ist ein Zeichen der Zugneigung, des Dialogwillens und der Freundschaft mit dem Staat Israel und allen Juden weltweit", sagte Tomasi.