Vor 60 Jahren wurde "SOS-Kinderdorf" ins Leben gerufen
Gründer war der tiefgläubige Katholik und Medizinstudent Hermann Gmeiner. Weltweit gibt es in 132 Ländern knapp 500 SOS-Kinderdörfer und insgesamt knapp 1.900 SOS-Einrichtungen
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Weltweit gibt es in 132 Ländern knapp 500 SOS-Kinderdörfer und insgesamt knapp 1.900 SOS-Einrichtungen wie beispielsweise Jugendhäuser, Sozial- und Ausbildungszentren oder Schulen. In den SOS-Kinderdörfern und Jugendeinrichtungen finden derzeit rund 72.000 Kinder und Jugendliche ein Zuhause. Von den begleitenden Einrichtungen profitieren jährlich mehr als eine Million Not leidender junger Menschen und Erwachsener aus Familien in besonders belastenden Situationen.
In Österreich gibt es derzeit elf SOS-Kinderdörfer, acht SOS-Kindergärten, 22 Jugend-Wohngemeinschaften, zwei Flüchtlingsprojekte sowie sechs Nachbetreuungsstellen. Insgesamt werden derzeit in Österreich 1.340 junge Menschen in diesen Einrichtungen betreut. Weitere rund 3.500 junge Menschen werden darüber hinaus in kurz- und mittelfristigen Projekten wie Krisenpflegeplätzen, Arbeitsprojekten, Kindergärten und einem medizinischen Zentrum ("Bienenhaus") betreut und unterstützt. Seit 1949 wuchsen in den österreichischen SOS-Kinderdörfern und Jugendwohngemeinschaften mehr als 8.000 Kinder und Jugendliche auf.
Hervorgegangen ist die Idee der "SOS-Kinderdörfer" aus dem Erleben des Elends der Kriegswaisen in den ersten Nachkriegsjahren. Gmeiner engagierte sich in dieser Zeit neben seinem Studium stark in der Jugendarbeit, wurde schließlich Leiter der Dekanatsjugend Innsbruck, und kam in dieser Funktion häufig in Kontakt mit den Waisenkindern. Gemeinsam mit mehreren Mitstreitern beschloss Gmeiner die Gründung des Vereins "Societas Socialis". Die
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Gründungsfeier fand am 25. April 1949 im Jugendreferat der Tiroler Landesregierung in der Innsbrucker Hofburg statt.
Erstes "SOS"-Kinderdorf in Imst
Das erste "SOS-Kinderdorf" wurde schließlich 1949 in Imst (Tirol) errichtet. Imst war die einzige von zehn Gemeinden, die auf ein Schreiben von "SOS" reagierte und ein Grundstück für den Bau eines Kinderdorfes günstig zur Verfügung stellte. Für den Start hatte Gmeiner persönlich ganze 600 Schilling zur Verfügung. Die eigentliche Basis stellte eine Unterstützerin von "SOS", Maria Hofer, mit dem Erlös eines Grundstücks zur Verfügung. Erst damit konnte Gmeiner das Grundstück kaufen und erste Spendenaufrufe und Werbeaktivitäten finanzieren. Da er von der öffentlichen Hand keine Mittel erhielt, wandte sich Gmeiner direkt an die Bevölkerung und bat die Menschen um einen Schilling im Monat.
Am 28. Mai 1950 wurde die "Societas Socialis" bei der Generalversammlung in den Verein "SOS-Kinderdorf" übergeführt.
Zeitgleich mit dem Jubiläum von "SOS-Kinderdorf" feiert die erste SOS-Kinderdorf-Mutter Maria Weber heuer ihren 90. Geburtstag. Auch Hermann Gmeiner , der 1986 verstarb, hätte heuer seinen 90. Geburtstag gefeiert.