
Java: Caritas im Erdbeben-Einsatz
Wien-Jakarta, 29.5.06 (KAP) "Überall gibt es Verletzte, alte Leute, die stundenlang auf nackter Erde auf notdürftige Versorgung warten, Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz": Sichtlich bewegt schilderte Caritas-Katastrophenhelfer Philipp Lang am Montag die Lage im Osten der indonesischen Hauptinsel Java. Bei dem schweren Erdbeben am Samstag sind dort jüngsten Angaben zufolge rund 5.000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende Menschen wurden verletzt, rund 200.000 Menschen sind obdachlos. Lang war bisher gemeinsam mit seinem Kollegen Heinz Terhorst im Tsunami-Gebiet in Aceh an der Nordspitze von Sumatra im Einsatz und unterstützt nun das lokale Caritas-Team bei den Hilfsmaßnahmen.
Um nach dem Erdbeben die Betroffenen zu versorgen, sind seit dem Wochenende unter Leitung eines Caritas-Teams 15 Ärzte, 125 Krankenschwestern und mehrere hundert freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Weiteres medizinisches Personal wird derzeit in der Region zusammengezogen und nach Yogyakarta gebracht. Ein Psychologen-Team wird aus der Hauptstadt Jakarta eingeflogen.
Neben medizinischer Notversorgung hilft die Caritas den Betroffenen auch mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Die Caritas Österreich stellte für die Nothilfe auf Java 30.000 Euro zur Verfügung.
Die Situation nach dem Erdbeben sei in den umliegenden Dörfern noch schlimmer als in Yogyakarta selbst, berichtete Lang. "Wir werden versuchen, dorthin zu gehen, wo noch keiner war", so der Caritas-Helfer. (Informationen: Susanne Anzböck, Tel. 488.31/423 oder 0664/826.69.16, Internet: www.caritas.at; Spenden: PSK Kto. Nr. 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: Erdbeben Java).
Salesianer Don Boscos helfen
Auch die Salesianer Don Boscos haben mit sofortigen Hilfsmaßnahmen begonnen und werden von der Organisation "Jugend Eine Welt" unterstützt. Gemeinsam mit zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern, darunter auch Studenten aus dem Don Bosco-Ausbildungszentrum in Jakarta, leisten die Ordensleute an Ort und Stelle Soforthilfe. So werden Hilfslieferungen mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Zelten und Kleidung organisiert und zu den Katastrophenorten transportiert.
"Besonders die Kinder, die durch die Katastrophe ihre Angehörigen verloren haben, brauchen nun unsere Unterstützung" so P. Andres Calleja SDB, Verantwortlicher für die Salesianer Don Boscos in Indonesien.
Die Salesianer Don Boscos sind seit mehr als 20 Jahren in Indonesien in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Durch diese jahrelange Erfahrung kennen sie die lokalen Bedingungen und die Infrastruktur besonders gut. Gleich nach dem Erdbeben konnten sie unverzüglich und gezielt eingreifen. (Spenden: "Jugend eine Welt", PSK Kto. Nr. 92.083.767, BLZ 60.000, Kennwort: Nothilfe in Südostasien).
Auch Diakonie setzt sich ein
Hilfe kommt auch von der evangelischen Diakonie. Die indonesischen Partner der Diakonie-Katastrophenhilfe haben ein Team in die Erdbebenregion geschickt, um den Bedarf an Hilfsgütern und medizinischer Versorgung zu erheben. Für erste Soforthilfemaßnahmen hat die Diakonie-Österreich 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. (Spenden: Diakonie-Katastrophenhilfe, PSK Kto. Nr. 23.13.300; BLZ 60.000).