Verantwortungsvoller Umgang mit Unterhaltung gefordert
Wien, 30.5.06 (KAP) Auf das rechte Maß kommt es beim Konsum von Medien an. Das war der Tenor des "Medien-Talks" im Wiener Figlhaus, zu dem die "Akademie für Evangelisation" der "Gemeinschaft Emmanuel" geladen hatte. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Droge Unterhaltung? Der Durst nach dem ganz Anderen im Dunst von Geilheit, Wahrheit und Illusion". Der Grazer "Künstlerpfarrer" Hermann Glettler unterstrich, dass Unterhaltung grundsätzlich nichts Schlechtes sei, er warnte aber vor dem "Dikat der Unterhaltung", dass alles nur mehr zu Unterhaltungszwecken produziert werde.
Der TV- und Radio-Entertainer Oliver Baier und die ORF-Moderatorin Martina Rupp stimmten Glettler zu. Baier wollte sich dabei aber nicht mit dem offiziellen Titel des Medien-Talks zufrieden geben. Er glaube nicht, so Baier, dass Unterhaltung "abhängig" machen könne. Wenn es so sei, dann gelte das nur für eine kleine Minderheit, die auf Grund sozialer Probleme in der Scheinwelt von TV-Serien und Talk-Sendungen hängen bleibe. Letztlich sei jeder selbst für seinen Medienkonsum verantwortlich. Die Verantwortung nur auf die Medien abzuschieben halte er für "unlauter", so Baier, der nebenbei bekannte, privat kaum mehr fernzusehen.
Zur Frage nach ethischen Medien-Richtlinien meinte Martina Rupp, dass sie bei Interviews immer Wert darauf lege, Menschen nicht zu entblößen, sondern zu bestärken. Wenn etwa bei Talk-Shows in dieser Richtung unsauber gearbeitet wird, sei dies heftig zu verurteilen.
Oliver Baier räumte ein, dass er in den Anfangsjahren seiner Medienkarriere hier sicher Grenzen überschritten und auch "menschenverachtend" agiert habe. Inzwischen habe er aber viel reflektiert und dazugelernt.
Übereinstimmung herrschte unter den Diskutanten, dass die Informationsflut der Medien, die meist auch nur mehr in Unterhaltungsform präsentiert wird, ein Ausmaß angenommen hat, das vom Konsumenten nicht mehr zu bewältigen sei. Mehr Reduktion sei dringend angesagt, so etwa Glettler und Baiern übereinstimmend.