Caritas baut Betreuung für psychisch kranke Menschen aus
Wiener Neustadt, 1.6.06 (KAP) In Wiener Neustadt wurde am Donnerstag das neu adaptierte Psychosoziale Zentrum der Caritas der Erzdiözese Wien eröffnet. Nachdem das alte Haus in der Grazer Straße im Jahr 2004 durch einen Brand zerstört worden war, wurden im Zuge des Neubaus sowohl der Club als auch die Wohngemeinschaft vergrößert, die zum Psychosozialen Zentrum gehören. Die Eröffnung nahmen der Wiener Caritasdirektor Michael Landau und die niederösterreichische Sozial-Landesrätin Petra Bohuslav teil.
"Wir merken in unserer täglichen Arbeit in den Beratungsstellen, in den Seniorenhäusern, in den Einrichtungen für Wohnungslose, aber natürlich auch in unseren sozialpsychiatrischen Einrichtungen, dass die Anzahl der Klienten steigt, die professionelle psychosoziale Angebote benötigen", so Landau bei der Eröffnung. Man sehe diesen Anstieg auch im Blick auf die Betreuungszahlen im Club des Psychosozialen Zentrums. Die Zahl der durchschnittlich anwesenden Klientinnen und Klienten pro Tag sei vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2005 um 73 Prozent gestiegen.
Bis zu 45 Menschen kommen täglich in den Club, wo sie Beschäftigung, Betreuung und Unterstützung finden. Die Angebote des Clubs sind auf Verbesserung der Lebensqualität, Förderung und Erhaltung oder Wiedererlangung einer selbständigen Lebensführung ausgerichtet. "Wir haben jetzt viel mehr Platz und können mehr Menschen betreuen als früher", so Margarete Orel, die Leiterin des Clubs. Neben einer großen Küche, wo täglich gemeinsam gekocht wird, stehen den Klienten eine Holzwerkstatt, ein Bastelraum und ein Handarbeitsraum zur Verfügung. Ausflüge, Feste, Musik-, Bewegungs- und Beschäftigungstherapie runden das Angebot ab.
In der teilbetreuten Wohngemeinschaft können jetzt bis zu acht psychisch kranke Erwachsene leben. Hier erhalten die Klienten - Männer und Frauen zwischen 30 und 60 - neben Betreuung und Anleitung im Alltag auch Unterstützung bei der sozialen Integration und der weiteren Lebensplanung. "Die Menschen haben jetzt mehr Privatsphäre als früher, wo alle ein gemeinsames Bad teilen mussten", so Michael Schlenz, Leiter der Wohngemeinschaft.