"Sind im Kampf um die kleine ÖH-Macht alle Mittel Recht?"
Wien, 18.05.2009 (KAP) "Sind im Kampf um die kleine ÖH-Macht wirklich alle Mittel Recht?" Diese kritische Anfrage hat der Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität, Prof. Martin Jäggle, in einem Offenen Brief an die Vorsitzende des "Verbandes Sozialistischer StudentInnen" (VSStÖ), Sophie Wollner, gerichtet. Anlass war eine beleidigende Darstellung von Papst Benedikt XVI. auf dem Cover einer VSStÖ-Publikation, dem aus dem Spiegel ein Affe in Talar und Stola entgegenblickt. Der dazugehörige Artikel trägt den Titel "Vom Affen zum Pfaffen".
Diese Darstellung bezeichnete Jäggle als "schweren Fehlgriff", von dem sich die VSStÖ-Vorsitzende - so Jäggles Aufforderung - "klar zu distanzieren" habe. "Ihre Organisation gewinnt sicher nicht an Größe, wenn sie den Spitzenrepräsentanten einer Religionsgemeinschaft klein macht", schrieb der Theologe an Wollner.
Benedikt XVI. und die katholische Kirche seien keine Vertreter jenes Kreationismus, dessen Akteure in den USA an Schulen die Evolutionstheorie verbieten lassen. Papst und Kirche "müssen Gegenstand der öffentlichen Kritik sein", gestand Jäggle zu, "nur das Mittel der Herabsetzung und Herabwürdigung ist weder Kritik noch ein Argument".
Jäggle erinnerte daran, dass "in Zeiten, von denen wir sagen 'Nie wieder', ähnlich gearbeitet" wurde: "Wäre es nicht doch, möglich aus der Geschichte zu lernen?"
Junge Menschen hätten in der Beurteilung ihrer Handlungen ein Recht auf Berücksichtigung ihres Alters, so Jäggle weiter. Zugleich bestehe wohl Einigkeit darüber, dass die jüngsten Störaktionen der Gedenkfeier in Ebensee "keinesfalls in die Kategorie Lausbubenstreiche eingeordnet" werden dürften. "Wie ist das aber bei jungen Erwachsenen?", so Jäggle abschließend.