"Klarere Politik bei Integration und Immigration"
Wiener Erzbischof verweist bei Medienempfang auf Modellcharakter fremdsprachiger Gemeinden - Kirchliche Schulen sind "Frischzellen für Bildungsreform" - "Keine Kopfwäsche" bei Besuch der Bischöfe in Rom
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Wien, 25.6.09 (Katholisch.at) Eine "klarere und entschiedenere Politik" im Blick auf Integration und Immigration forderte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, beim traditionellen Medienempfang am Mittwochabend im Erzbischöflichen Palais. "Modellcharakter" könnten dabei die Wiener anderssprachigen Gemeinden haben, so Kardinal Schönborn, die wie "Frischzellen" für Kirche und Gesellschaft wirkten. Rund ein drittel der Wiener Katholiken ist mittlerweile in diesen Sprachgemeinden zu Hause. Viele anderssprachige Katholiken engagierten sich dabei zugleich auch noch in ihren Heimatpfarren und würden somit laut Schönborn zu einer "lebendigen Brücke der Integration".
Ebensolche "Frischzellen" stellen laut Schönborn auch die kirchlichen Schulen dar. Sie leisten dabei nicht nur "einen wichtigen und wertvollen Beitrag für Erziehung und Bildung", sondern haben zugleich "wertvolle Impulse für eine zielführende Bildungsreform" zur bieten, betonte der Wiener Erzbischof.
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Kardinal Christoph Schönborn
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Darüber hinaus verwies Kardinal Schönborn auf die kommende missionarische Initiative in der Erzdiözese Wien, die unter dem Motto "Apostelgeschichte 2010" steht. In einer Zeit "stürmischer Wandlungsprozesse" wolle das Projekt wieder verstärkt den missionarischen Charakter von Kirche in den Mittelpunkt stellen und die Apostelgeschichte als Geschichte der Nachfolge Jesu weiterschreiben. Viele Menschen seien heutzutage Suchende, so der Wiener Erzbischof, und damit offen für Gesprächsangebote. Selbst ein "offener Atheismus", der sich etwa auf öffentlichen Werbeflächen artikuliere, schade laut Schönborn nicht, da er "die Gottesfrage zur Sprache bringt - wenn auch negativ".
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Kardinal Schönborn mit einem Kinderchor der Volksschule Sacre Coeur |
Nächste Station des Projekts "Apostelgeschichte 2010" wird eine große Diözesenversammlung vom 22. bis 24. Oktober in Wien sein. Zu der Versammlung, die im und rund um den Stephansdom stattfinden wird, werden mehr als 1.000 diözesane Delegierte aus allen Pfarren, Orden und kirchlichen Einrichtungen erwartet.
Zur jüngsten Begegnung mit Papst Benedikt XVI., zu der Kardinal Schönborn in Begleitung von Nuntius Peter Stephan Zurbriggen, Erzbischof Alois Kothgasser, Bischof Egon Kapellari und Bischof Ludwig Schwarz nach Rom gereist war, sagte Kardinal Schönborn: "Anders als es in manchen Medien zu vernehmen war, handelte es sich um keine Kopfwäsche. Wir mussten auch nicht rapportieren." Vielmehr sei man zu einem "nachdenklichen Gespräch über die Situation der Kirche in Österreich und insbesondere der Diözese in Linz" zusammengekommen. Darüber hinaus sei auch das Projekt "Apostelgeschichte 2010" zur Sprache gekommen und sei von den römischen Gesprächspartnern als "zukunftsweisend" erachtet worden.