Warten auf Entscheidung des Papstes zu Paulus-Grab
Keine weiteren Pläne für Erforschung des Sarkophags bekannt. Wenn Benedikt XVI. die entsprechende Erlaubnis erteile, könne man DNA-Untersuchung an gefundenen Knochenresten vornehmen
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Römische Basilika St. Paul vor den Mauern |
Vatikanstadt, 05.07.2009 (KAP) Der Vatikan will derzeit keine Pläne für die weitere Erforschung des Paulus-Sarkophags in der Basilika San Paolo fuori le Mura bekanntgeben. "Es gibt noch kein konkretes Projekt; wir sehen an dem Tag weiter, an dem der Papst entscheidet, mit der Analyse weiterzumachen", sagte Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, der bisherige Erzpriester von San Paolo fuori le Mura, vor Journalisten im Vatikan. Wenn Benedikt XVI. die entsprechende Erlaubnis erteile, könne man auch eine DNA-Untersuchung an den gefundenen Knochenresten vornehmen.
Cordero Lanza di Montezemolo äußerte sich bei der Vorstellung erster Untersuchungsergebnisse des Sarkophags von San Paolo fuori le Mura. Vor den Journalisten wurden erstmals Bilder aus dem Inneren des antiken Steinsargs präsentiert. Die Aufnahmen zeigen Reste von golddurchwirktem Purpurgewebe, indigofarbenem Wollstoff, Weihrauchkörner und Knochenpartikel. Die Bilder wurden mit Hilfe einer endoskopischen Kamera durch eine wenige Millimeter große Öffnung des Sargdeckels aufgenommen.
Die wichtigste Erkenntnis sei, dass alle Befunde mit der Tradition des Apostelgrabes in Einklang stehen und ihr nicht widersprechen, sagte der Kardinal. Der leitende Techniker der Untersuchungen, Ulderico Santamaria, bestätigte die C-14-Datierung einer entnommenen Knochenprobe auf das 1. oder 2. Jahrhundert. Genauere Hinweise auf die Identität des Bestatteten konnte der Chef des diagnostischen Labors der Vatikanischen Museen nicht vorlegen.
Laut Santamaria gibt es aufgrund der verwendeten Technik und der beschränkten Ausleuchtungsmöglichkeiten noch keine Übersichtsaufname aus dem Sarkophag. So wisse man nicht welchen Skelett-Teil das frei hängende Endoskop getroffen habe. Unklar sei auch, ob möglicherweise die Gebeine mehrerer Toter in dem Sarg ruhen. Santamaria sagte, die bisher gewonnenen Daten würden in keiner Weise dem widersprechen, "was am wahrscheinlichsten ist - dass es sich um die Überreste des Apostels handelt".
Die Analysen der Materialproben wurden laut Santamaria unter der Regie der Vatikanischen Museen durchgeführt. Man habe mit zahlreichen materialwissenschaftlichen Fachlabors zusammengearbeitet, sagte er auf eine Frage nach der Unabhängigkeit der Untersuchungen. Die beteiligten Fachkräfte hätten nicht gewusst, woher das Material stamme.