Bombenanschläge auf sieben Kirchen in Bagdad
Die Terrororganisation "Al Qaida" bekannte sich zu den Bluttaten. Die Anschläge seien die Vergeltung für die Ermordung einer schwangeren Ägypterin in Dresden
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Bagdad, 13.07.2009 (KAP) In Bagdad wurden am Sonntag Bombenanschläge auf sieben Kirchen verübt. In der chaldäisch-katholischen Marienkirche, dem Sitz des Patriarchalvikars Shlemon Warduni, waren vier Tote und 15 Verletzte zu beklagen. Ingesamt gab es Dutzende Verletzte. Die islamistische Terrororganisation "Al Qaida" bekannte sich zu den Bluttaten; in einer Mitteilung des "Al Qaida"-Bosses Abu Omar al-Baghdadi hieß es, die Anschläge seien die Vergeltung für die Ermordung der 32-jährigen schwangeren ägyptischen Staatsbürgerin Marwa El-Sherbiny am 1. Juli in einem Dresdner Gerichtssaal; der Täter war ein junger Russlanddeutscher. Marwa sei eine "Märtyrerin des Schleiers" geworden. Als solche wird sie in islamistischen Zirkeln in aller Welt tituliert.
Weil die chaldäische Marienkirche unmittelbar an der vielbefahrenen Sharia al-Falastin liegt, waren die Auswirkungen der Autobombe besonders dramatisch. Die meisten anderen Kirchen liegen abseits der Straßen und trugen daher nur geringere Schäden davon. Im einzelnen handelte es sich um die chaldäische Georgskirche im Bezirk Al Jadida, die chaldäische Josefskirche im Bezirk Nafak, die chaldäische Herz-Jesu-Kirche, die syrisch-orthodoxe Peter-Paul-Kirche und die assyrische Marienkirche. Die Jakobskirche im Stadtteil al-Dora soll noch Stunden nach dem Anschlag in Brand gewesen sein.