Kath. Flüchtlingsorganisation tagt in Genf - mit Schönborn
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Genf, 17.07.2009 (KAP) Die Versorgung und Rückführung der Binnenflüchtlinge in Pakistan stand im Mittelpunkt der Tagung der katholischen Flüchtlingsorganisation ICMC (International Catholic Migration Commission) in Genf. Kardinal Christoph Schönborn ist der Leiter der Europa-Kommission der ICMC und nahm in dieser Eigenschaft an der Tagung teil.
Auf Schönborns Einladung findet im Jänner in Wien die nächste ICMC-Tagung statt, bei der es um die dramatischen Flüchtlingskrisen in Südasien und im Nahen Osten gehen wird.
Die pakistanische Regierung hatte vor kurzem mit der Rückführung der Flüchtlinge aus dem Swat-Tal im Nordwesten des Landes begonnen. Zuletzt waren mehr als zwei Millionen Menschen vor der Terrorherrschaft der Taliban auf der Flucht; die Taliban sind mittlerweile von der Armee wieder zurückgedrängt worden. Rotes Kreuz, Caritas und ICMC unterstützen die Flüchtlinge in dem asiatischen Staat; Rückführungen aus den Camps in die Dörfer haben mittlerweile begonnen.
Medial wenig beachtet hatte auf Grund der Kämpfe im romantischen Swat-Tal auch eine große Fluchtbewegung der Christen stattgefunden. Sie waren in besonderer Weise Drohungen, Entführungen und Angriffen durch die Islamisten ausgesetzt gewesen und sehr eingeschüchtert. Die meisten dieser Flüchtlinge gehören der anglikanischen "Church of Pakistan" an.
Die Taliban hatten im Swat-Tal ein wahres Terror-Regime aufgerichtet, nachdem ihnen die Regierung gestattet hatte, die Sharia, das islamische kanonische Recht, einzuführen. Dadurch erhöhte sich der Druck auf religiöse Minderheiten, den islamischen Normen entsprechend zu leben. Um nicht aufzufallen, ließen sich Christen Bärte wachsen und kleideten sich nach islamischer Tradition.
Im vergangenen Jahr hatten die Taliban Brand- und Bombenanschläge auf mehrere Mädchenschulen im Swat-Tal verübt. Viele Christen flüchteten zudem, weil sie nicht genug Geld hatten, um die "Jizya" zu zahlen, die Kopfsteuer für nichtislamische "Dhimmi" (Schutzbefohlene), die von den Taliban im Tal wieder eingeführt worden war.