"Haus der Barmherzigkeit" ist "Ort gelebter Nächstenliebe"
Wien, 13.6.06 (KAP) Als "Ort gelebter Nächstenliebe" hat der Wiener Caritasdirektor Michael Landau das "Haus der Barmherzigkeit" gewürdigt. Landau hielt am Montagabend die Laudatio für den ärztlichen Leiter des "Hauses der Barmherzigkeit", Prof. Christoph Gisinger, der heuer mit der Kardinal-Opilio-Rossi-Medaille ausgezeichnet wurde. Die Medaille wird in Erinnerung an Kardinal Rossi, der von 1961 bis 1976 Apostolischer Nuntius in Österreich war, von der "Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände" (AKV) vergeben. Es werden Arbeit und Leben engagierter Christen ausgezeichnet, die ihr Leben exemplarisch aus dem Glauben gestalten.
Prof. Gisinger lebe die Verbindung von Wissenschaft und Glaube, Medizin und Einsatz für die Menschen exemplarisch vor, sagte Landau: "Die Kirche braucht Menschen mit dem Mut, mit der Bereitschaft und der Fähigkeit, sich an Nahtstellen zu engagieren - in der Sorge für die Schwachen und im Dialog mit der Welt". In besonderer Weise zu würdigen sei Gisingers Einsatz für die Rechte und die Würde hochbetagter Menschen in der Gesellschaft, betonte der Wiener Caritasdirektor. Er bezeichnete Gisinger als "Vorreiter der Geriatrie in Österreich".
Als Arzt stehe Prof. Gisinger "für das Leben - vom ersten bis zum letzten Augenblick", unterstrich Landau. Im Sinn des Wortes von Kardinal Franz König sollten Menschen "an der Hand" eines anderen Menschen sterben und nicht "durch die Hand" eines anderen, erinnerte der Wiener Caritasdirektor. Das bedeute ein klares Nein zur Euthanasie, aber auch Einsatz für optimale Sterbebegleitung, für Hospizarbeit in allen ihren Formen.
Der Wiener Caritasdirektor erinnerte daran, dass Prof. Gisinger 1999 die Stelle des ärztlichen Leiters des "Hauses der Barmherzigkeit" in einer sehr schwierigen Situation angetreten hatte; er habe es aber gemeinsam mit seinem Team geschafft, vieles zu verbessern und auch neu zu schaffen. Landau erinnerte an den Neubau des Pflegeheimes "Clementinum" in Niederösterreich, an den Neubaus des "Hauses der Barmherzigkeit" in der Seeböckgasse sowie an den Neubau in der Tokiostraße der noch heuer seinen Betrieb aufnehmen wird. Mit Ende 2006 werde das "Haus der Barmherzigkeit" so von rund 500 auf knapp 900 Betten angewachsen sein.
Landau: "Das 'Haus der Barmherzigkeit' bietet Menschen mit chronischer Erkrankung oder geistiger und körperlicher Beeinträchtigung eine interdisziplinäre Langzeit-Betreuung. Im Sinne christlicher Nächstenliebe werden hier Menschen begleitet, um ihnen individuelle Lebensqualität zu ermöglichen".
An der Feier im "Haus der Barmherzigkeit" in der Wiener Seeböckgasse nahm u.a. auch der neue Wiener Weihbischof Franz Scharl teil. Er würdigte die Arbeit der neuen Träger der "Kardinal-Rossi-Medaille", die dem programmatischen Namen "Haus der Barmherzigkeit" durch ihr Tun und Denken gerecht würden. Gemeinsam mit Prof. Gisinger wurde auch der frühere Institutsdirektor Karl Pilnacek ausgezeichnet.