Abt Lashofer - auf Wahrheit und Barmherzigkeit aus
60 Bischöfe und Ordensobere beim Begräbnis im Stift Göttweig. Hauptzelebrant Aichern: "Er war Verkörperung der Richtlinie des Hl. Benedikt, der Liebe zu Christus nichts vorzuziehen"
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1941-2009 |
St. Pölten (KAP) Als "edlen und aufrichtigen Charakter", der in seinem bewegten Leben und in seiner 36 Jahre währenden Amtszeit "mit Umsicht und Weitblick Gutes gewirkt" hat, würdigte der Linzer Altbischof Maximilian Aichern den verstorbenen Abt von Stift Göttweig, Clemens Lashofer.
In einer sehr persönlich gehaltenen Predigt beim Requiem betonte Aichern am Dienstag in der Stiftskirche Göttweig, Lashofer habe "wie der gute Hirte" gehandelt: "ausgerichtet auf Wahrheit und Barmherzigkeit". Aichern: "Er war eine lebendige Verkörperung der Richtlinie des Heiligen Benedikt, der Liebe zu Christus nichts vorzuziehen".
Viele Neueintritte
Aichern erinnerte in seiner Predigt an die zahlreichen Höhepunkte des Wirkens Lashofers, wie etwa "die Festigung der klösterlichen Gemeinschaft, die monastische Formung des Konvents, vor allem der vielen Neueintritte, die würdige Feier der Liturgie im Sinn des Zweiten Vaticanums, die Öffnung des Stiftes als Ort der Begegnung" sowie die Renovierung und Neugestaltung der Klosteranlage.
In Lashofers Amtszeit fielen außerdem das 900-Jahr-Jubiläum des Stiftes im Jahr 1983, die Errichtung des Exerzitienhauses St. Altmann sowie die Eröffnung des bis heute stark frequentierten Jugendhauses, so Aichern. In all seinem Tun sei Lashofer stets "vom benediktinischen Geist und von gesunder Menschlichkeit getragen" gewesen, so Aichern.
Erinnerung an Apostolische Visitation
Gewiss sei auch in Lashofers Dienst "nicht alles glatt gegangen". So erinnerte Aichern etwa an die vom verstorbenen Abt im Zug der "Causa Groer" selbst gewünschte Apostolische Visitation. Diese Visitation habe jedoch "sein Handeln in Geradlinigkeit und Barmherzigkeit gut geheißen und das
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Vertrauen der Mitbrüder bestätigt". Den letzten Teil seines Lebensweges habe Abt Lashofer als Zeit der Vollendung begriffen, so Aichern. Er selbst habe noch am Tage des Todes von Abt Lashofer mit diesem beten dürfen, erinnerte der Linzer Altbischof. Die letzten Worte des Abtes seien schließlich gewesen: "Es wird alles gut".
60 Bischöfe und Ordensobere bei Trauerfeier
An den Trauerfeiern nahmen mehr als 60 Bischöfe, Äbte und Ordensobere teil, darunter als Konzelebranten des Requiems die Diözesanbischöfe Klaus Küng (St. Pölten) und Ludwig Schwarz (Linz), Militärbischof Christian Werner, die Weihbischöfe Helmut Krätzl, Franz Scharl (Wien) und
Anton Leichtfried (St. Pölten), sowie der emeritierte Passauer Diözesanbischof Franz Xaver Eder. Auch der emeritierte St. Pöltner Weihbischof Heinrich Fasching war anwesend. Außerdem nahmen an dem Begräbnis auch die Äbte bzw. Pröpste fast aller österreichischen Stifte (unter ihnen der Abt von Wettingen-Mehrerau, Anselm van der Linde, und der Vorsitzende der
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Stift Göttweig |
Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften, Propst Maximilan Fürnsinn vom Stift Herzogenburg) sowie führende Persönlichkeiten anderer Ordensgemeinschaften teil.
Nach dem Requiem und der Einsegnung des Leichnams in der Stiftskirche wurde der Sarg in einer Prozession auf den Konventfriedhof geleitet, wo der Göttweiger Prior P. Columban Luser die Beisetzung leitete.