Viele Österreicher bei Papst-Messe in Brünn erwartet
Benedikt XVI. besucht vom 26. bis 28. September Tschechien. 150.000 Gläubige sollen zur Messe in Brünn kommen. Die wichtigsten Reden hält er zur Ökumene und vor Akademikern
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Prag (KAP) An die 150.000 Teilnehmer - auch aus Österreich und der Slowakei - werden am 27. September bei der Messfeier mit Papst Benedikt XVI. auf dem Flughafen Turany in der mährischen Landeshauptstadt Brünn (Brno) erwartet. Dementsprechend umfassend werden die Sicherheitsmaßnahmen der tschechischen Sicherheitsbehörden sein, wie der Chef des polizeilichen Schutzdienstes, Lubomir Kvicala, im Gespräch mit der Zeitung "Pravo" sagte.
Benedikt XVI. wird nach seiner Ankunft am 26. September auf dem Flughafen Ruzyine zunächst die Gnadenstatue des "Bambino di Praga" in der barocken Kirche "Sancta Maria de Victoria" aufsuchen (die Statue des Kindes Jesu wird bis heute überall dort verehrt, wo einst die Flagge Kastiliens wehte, von Peru bis zu den Philippinen; auch in Wien).
Gespräch mit Präsident Klaus
Am Nachmnittag des 26. September ist ein Höflichkeitsbesuch bei Präsident Vaclav Klaus im Präsidentenpalast auf dem Hradschin vorgesehen. Anschließend ist - ebenfalls auf dem Hradschin - eine Begegnung mit den "politischen Autoritäten" und mit dem Diplomatischen Corps geplant. Im Anschluss steht ein Vespergottesdienst mit den Priestern, Ordensleuten, Seminaristen und Repräsentanten der Laienbewegungen im Veitsdom auf dem Programm.
Der 27. September ist am Vormittag in erster Linie Mähren gewidmet. Nach der Rückkehr nach Prag ist für 17.15 Uhr eine "Ökumenische Begegnung" im Thronsaal der Prager Erzdiözese vorgesehen. Anschließend gibt es eine Begegnung mit der akademischen Welt im Ladislaus-Saal der Burg. Bei beiden Gelegenheiten wird der Papst das Wort ergreifen. Es werden die beiden
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Prag |
bedeutendsten Reden Benedikts XVI. in der Tschechischen Republik sein; beide Reden werden über die Tschechische Republik hinaus Wirkung haben. Ökumene ist im tschechischem Umfeld im Hinblick auf die Last der Geschichte unverzichtbar; das akademische Milieu der Tschechischen Republik ist spätestens seit 1918 dem laizistischen Verständnis Westeuropas angepasst.
Besuch im Hauptwallfahrtsort Böhmens
Am 28. September wird Benedikt XVI. in Stara Boleslav (Altbunzlau), dem Hauptwallfahrtsort Böhmens, eintreffen. Altbunzlau war ursprünglich eine frühmittelalterliche Burgstätte der Przemysliden, die an der Wende vom 9. zum 10. Jahrhunderts entstanden ist. Einer der ersten Przemyslidenherrscher, der Heilige Wenzel, wurde hier am 28. September 935 von seinem Bruder Boleslav ermordet. Die Wälder um Altbunzlau waren im Mittelalter ein beliebtes Jagdrevier. Auch der römische Kaiser Karl IV. hielt sich oft hier auf. Er ließ die alte Burgbefestigung aus dem 10. Jahrhundert durch eine neue Steinmauer mit zwei Toren ersetzen, von denen sich eines bis heute erhalten hat.
Ein düsterer Zeitraum waren für Altbunzlau die Hussitenkriege, in denen die meisten Bauwerke niederbrannten. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Antritt der Jesuiten blühte die Stadt wieder auf. Die Jesuiten entwickelten die Wenzel-Wallfahrt neu.
Nach der Messfeier wird Benedikt XVI. nach Prag zurückkehren. Um 13.15 Uhr ist am 28. September ein Essen mit den tschechischen Bischöfen vorgesehen. Gegen 17.45 Uhr wird der Papst von Prag nach Rom zurückfliegen.