Papst besichtigt 2010 legendäres Turiner Grabtuch
Das Grabtuch soll im kommenden Frühjahr vom 10. April bis zum 23. Mai öffentlich gezeigt werden. Bei den letzten Ausstellungen 1998 und 2000 kamen jeweils mehrere Millionen Menschen
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Aosta (KAP) Papst Benedikt XVI. will im kommenden Frühjahr das Grabtuch von Turin ("la Santa Sindone") aufsuchen. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, teilte Vatikansprecher P. Federico Lombardi SJ bei einer Begegnung mit Journalisten am Montag mit. Das Grabtuch soll nach zehn Jahren erstmals wieder im kommenden Frühjahr vom 10. April bis zum 23. Mai öffentlich gezeigt werden.
Turins Erzbischof, Kardinal Severino Poletto, habe den Papst bei der Begegnung im Feriendomizil in Les Combes am Sonntag über die Vorbereitungen der Ausstellung unterrichtet. Benedikt XVI. habe daraufhin seine Absicht bekräftigt, persönlich in die piemontesische Hauptstadt zu reisen, so P. Lombardi.
Zuletzt 1998 und 2000 zu sehen
Zu den letzten Ausstellungen der Reliquie in den Jahren 1998 und 2000 kamen jeweils mehrere Millionen Menschen. Das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Tuch war 2002 restauriert worden. Erst kürzlich erklärte eine italienische Historikerin, auf dem Gewebe befindliche aramäische Schriftzüge seien ein starkes Indiz für eine Herkunft aus dem 1. Jahrhundert.
Unterdessen geht der Alpenurlaub des Papstes seinem Ende zu. Für die letzten beiden Tage seien keine besonderen Verpflichtungen vorgesehen, erklärte P. Lombardi: "Der Papst widmet sich dem Gebet, dem Studium und der Lektüre".
Am Mittwochmorgen wird sich Benedikt XVI. vom Personal und den Ordnungskräften in Les Combes verabschieden. Nachmittags sei ein Gruß an die örtlichen Autoritäten vorgesehen. Mit dem Hubschrauber fliegt der Papst dann nach Turin, von wo ihn eine italienische Regierungsmaschine nach Ciampino bringt. Zum Abendessen werde Benedikt XVI. bereits im päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo in den Albaner Bergen erwartet, so P. Lombardi.
Erinnerung an Montblanc-Pionier Pius XI.
Die italienische Tageszeitung "Il Tempo" berichtete in ihrer Montagausgabe, der Papst solle ein ungewöhnliches Geschenk von Bergführern aus dem Aostatal erhalten. Die Bergführer wollen die von Blitzen beschädigte Marienstatue vom Gipfel des 4.013 Meter hohen Dente del Gigante im Montblanc-Massiv abseilen und restauriert wieder auf ihren Platz bringen.
Der Präsident der Bergführervereinigung von Courmayeur, Arrigo Gallizio, habe Benedikt XVI. am Rande des Angelusgebets am Sonntag die Aktion persönlich vorgestellt. Bis zum erhofften nächsten Sommerurlaub des Papstes in Les Combes solle die "Madonnina" wieder auf dem Gipfel thronen.
Zugleich erinnerten die Bergführer und "Il Tempo" an die alpinistische Pionierleistung von Pius XI. (1922-39): Als junger Priester mit 33 Jahren (noch unter dem Namen Achille Ratti) hatte er beim Abstieg vom Montblanc die heutige Standardroute auf italienischer Seite erschlossen.
Die Erstbegehung Rattis gemeinsam mit den Priestern Luigi Grasselli und Giovanni Bonin jährt sich am 1. August nächsten Jahres zum 120. Mal.