Pakistanische Islamisten töten sechs Christen
Unter den Todesopfern in der Stadt Gojra seien vier Frauen und ein Kind; Die Islamisten gingen nach Plan vor
Image (img2) invalid or missing |
Islamabad, 02.08.2009 (KAP) Islamisten haben nach Angaben der pakistanischen Sicherheitsbehörden bei Ausschreitungen in der Provinz Punjab sechs Angehörige der christlichen Minderheit getötet. Unter den Todesopfern in der Stadt Gojra seien vier Frauen und ein Kind, sagte der für Minderheiten zuständige Minister Shahbaz Bhatti, selbst ein Katholik. Muslime hatten den Christen vorgeworfen, einige Seiten einer Koran-Ausgabe "entweiht" zu haben. Bhatti nannte die Vorwürfe haltlos. Der pakistanische Präsident Asif A. Zardari verurteilte die Ausschreitungen und entsandte mit Shahbaz Bhatti einen zweiten christlichen Minister - Kamran Michael, der für die Menschenrechte zuständig ist - nach Gojra. Die beiden Minister versicherten den Betroffenen, dass sie Entschädigungen erhalten werden.
Die Ausschreitungen von Mitgliedern einer verbotenen muslimischen Extremistenorganisation gegen christliche Bewohner der Stadt Gojra begannen am vorigen Donnerstag und eskalierten am Samstag. Das Fernsehen zeigte Bilder von brennenden Häusern und von Straßen, auf denen Trümmerteile und verkohlte Möbel umherlagen.
Nach Angaben der katholischen Nachrichtenagentur "AsiaNews" wurden in Gojra zwei Kirchen und 75 Häuser von Christen niedergebrannt. Vorwand der Ausschreitungen war die aus der Luft gegriffene Beschuldigung gegen eine christliche Familie, bei einer Hochzeitsfeier den Koran "besudelt" zu haben. Die Islamisten gingen offensichtlich nach einer genau ausgetüftelten Strategie vor: Vor dem Haus der christlichen Familie begann ein "öffentlicher Prozess", mittlerweile steckten jugendliche Anhänger der Islamisten andere Häuser von Christen in Brand und blockierten zugleich die Ausfahrt der Feuerwehrzentrale von Gojra.