Nuntius Zurbriggen besuchte erstmals Mariazell
Der Grazer Diözesanbischof Kapellari empfing den Nuntius, der das Hochamt an Mariä Himmelfahrt zelebrierte. Als Nuntius wisse er, dass sich der Gnadenort Mariazell der besonderen Aufmerksamkeit der Päpste erfreue
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Nuntius Zurbriggen, Bischof Kapellari |
Mariazell (KAP) Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, hat am 15. August in der Basilika von Mariazell das Hochamt zum Fest der "Aufnahme Marias in den Himmel" gefeiert. Es war der erste Besuch des Nuntius im steirischen Marienort; aus diesem Anlass wurde er vom Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari feierlich in der Steiermark empfangen. In seiner Predigt sagte Zurbriggen wörtlich: "Es entspricht einer guten Tradition, dass sich am Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel unter den Pilgern, die zu diesem Heiligtum strömen, immer wieder auch der Apostolische Nuntius ist". Diese gute Tradition setze er gern fort, so Zurbriggen, indem er sich "in die Schar der vielen Beter einreihe, die mannigfache persönliche und gemeinschaftliche Anliegen der Fürsprache Mariens anempfehlen". Als Nuntius wisse er, dass sich der Gnadenort Mariazell der besonderen Aufmerksamkeit der Päpste erfreue.
Johannes Paul II. sei im September 1983 in Mariazell gewesen, sagte Zurbriggen. Der Wojtyla-Papst habe vor dem Gnadenbild der von ihm und von unzähligen Menschen aus den Staaten Ostmitteleuropas verehrten "Alma Mater Gentium Slavorum" gebetet. Bei der großen "Wallfahrt der Völker" zum Abschluss des Mitteleuropäischen Katholikentags im Mai 2004 hätten mehr als 100.000 Menschen Zeugnis für das Motto "Christus - Hoffnung Europas" abgelegt. Weniger als ein Jahr vor seiner Wahl zum Petrus-Nachfolger habe der damalige Kardinal Joseph Ratzinger im Oktober 2004 Mariazell besucht, um bei der Wallfahrt der mitteleuropäischen Notare die Heilige Messe in der Basilika zu feiern. Als Papst sei er am 8. September 2007 nach Mariazell zurückgekehrt. Wörtlich sagte Nuntius Zurbriggen in diesem Zusammenhang: "Bei vielen steht dieser Besuch Benedikts XVI. noch in lebendiger Erinnerung: Es war ein Fest des Glaubens und weder Regen noch Sturm konnten dem geistlichen Feuer des Tages etwas anhaben".
Der Papstbesuch sei damals unter der Losung "Auf Christus schauen" gestanden, erinnerte der Apostolische Nuntius. Maria habe Gott in ihrem Leben groß geschrieben, unterstrich Erzbischof Zurbriggen und zitierte Benedikt XVI.: "Meine Seele preist die Größe des Herrn, sagt Maria bei ihrem Besuch bei ihrer Cousine Elisabeth und drückt damit das ganze Programm ihres Lebens
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aus: nicht sich in den Mittelpunkt stellen, sondern Raum schaffen für Gott, dem sie sowohl im Gebet als auch im Dienst am Nächsten begegnet". Auch die Christen seien aufgerufen, wie Maria Gott in ihrem Leben groß zu schreiben und in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen.
Kapellari: "Tiefe Verbundenheit"
Auch Bischof Kapellari betonte bei seiner Begrüßung des Nuntius in der Basilika die tiefe Verbundenheit der Päpste der letzten Jahrzehnte mit dem Marienheiligtum in der Steiermark. Gerade Papst Benedikt XVI. habe den Menschen von heute "Vergessenes und Verdrängtes" wieder zugänglich gemacht. Der Papst stelle die "Breite und Tiefe" des christlichen Glaubens in einer "katholischen Balance" dar. In Erinnerung an die dramatischen Witterungsbedingungen beim Besuch Benedikts XVI. im Jahr 2007 sagte Kapellari, Mariazell habe sich immer wieder als Raststätte "wetterfester Christen" erwiesen - am Samstag herrschte allerdings großartiges Sommerwetter.
Nuntius Zurbriggen lud seinerseits Priester, Ordensleute und Laienchristen zum Miteinander ein: "Wir müssen gemeinsam unseren Weg gehen". Die Aufgabe des Nuntius sei nicht einfach, so Zurbriggen, er setze auf die Hilfe und das Gebet aller Gläubigen. Zugleich unterstrich Erzbischof Zurbriggen seine Überzeugung von der "Austria semper fidelis", dem "immer glaubenstreuen Österreich".
Beim anschließenden Festakt im Geistlichen Haus betonte Superior P. Karl Schauer, Mariazell wolle für den Nuntius immer "Heimat" sein. Zugleich erinnerte P. Schauer an die Verdienste des Altpräsidenten der Notariatskammer (und Vorsitzenden des ORF-Publikumsrates), Georg Weißmann. Gemeinsam mit dem Altpräsidenten des Bundesrates, em. Prof. Herbert Schambeck, habe Weißmann eine neue Seite in der Geschichte Mariazells aufgeschlagen, als er für den Herbst 2004 den damaligen Kardinal Joseph Ratzinger zur Wallfahrt der mitteleuropäischen Notare in den steirischen Marienort einlud.
Der Mariazeller Bürgermeister Helmut Pertl überreichte beim Festakt an Georg Weißmann die "Goldene Ehrennadel der Stadt". Weißmann habe "viel bewegt" für die Pilgerstadt, sagte Pertl in seiner Laudatio. Ohne die Initiative Weißmanns wäre der Papst nicht nach Mariazell gekommen.