Caritas will Fonds für rückkehrwillige Flüchtlinge
Notwendig sei ein solcher Fonds zur Schaffung einer "qualitätsvollen und nachhaltigen" Rückkehrhilfe. Diese sei wesentlicher Bestandteil einer "vernünftigen" Migrations-, Integrations- und Flüchtlingspolitik
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Wien, 3.9.09 (KAP) Die Caritas fordert die Schaffung eines staatlichen "Reintegrationsfonds" zur Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren wollen. Der Fonds solle mit fünf Millionen Euro dotiert werden, sagte Caritas-Präsident Franz Küberl bei einer Pressekonferenz in Wien aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Caritas-Rückkehrhilfe. Menschen in besonderen Notlagen wie Alleinerziehende, kinderreiche Familien oder Kranke könnten daraus mit einem Betrag von bis zu 1.000 Euro unterstützt werden. Notwendig sei ein solcher Fonds zur Schaffung einer "qualitätsvollen und nachhaltigen" Rückkehrhilfe. Diese sei wesentlicher Bestandteil einer "vernünftigen" Migrations-, Integrations- und Flüchtlingspolitik, so Küberl und Landau. "Vorausgesetzt natürlich, die Menschen haben sich freiwillig zu einer Rückkehr entschieden und sie erhalten auch eine ausreichende Unterstützung beim Neustart", wie der Caritas-Präsident unterstrich.
Derzeit gibt es in Österreich mit Ausnahme von Vorarlberg und einem steirischen Fonds für Härtefälle keine staatlichen Töpfe für die Reintegration von Flüchtlingen in ihren Heimatländern. Das Innenministerium stellt Migranten und Flüchtlingen maximal 370 Euro "Starthilfe" zur
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Verfügung, bei Kindern und in "Dublin-Fällen" auch weniger. Die Caritas unterstützt die Rückkehr oft aus eigenen Mitteln, um deren Chancen für den Aufbau eines neuen Lebens in ihrer Heimat zu verbessern. Das Innenministerium habe einerseits durchaus offene Ohren in Sachen Rückkehr, sagte Küberl: "Wenn es aber darum geht, vernünftige Bedingungen für die Menschen zu schaffen, damit die Rückkehr freiwillig und nachhaltig ist, scheinen die Ohrstöpsel noch nicht herausgenommen worden zu sein".
"Freiwillige Rückkehr ist menschlich richtig, sozial richtig, aber sie ist auch wirtschaftlich vernünftig, weil sie für die Republik deutlich günstiger ist, als die gewaltsame Außerlandesschaffung", betonte der Wiener Caritasdirektor Landau. Eine zwangsweise Abschiebung per Flugzeug koste mehrere tausend Euro, so Landau. "Im Vergleich dazu sind die 370 Euro Reintegrationshilfe des Innenministeriums für freiwillige Rückkehrer lächerlich gering".
Würdevolle Rückkehr mit neuen Perspektiven
Seit zehn Jahren berät die Caritas-Rückkehrhilfe Flüchtlinge und Migranten, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren wollen, um ihnen eine Rückkehr in Würde und mit neuen Perspektiven zu ermöglichen. Entstanden ist das Angebot vor dem Hintergrund der Bosnien-Krise und der beginnenden Rückkehr von Bosnien-Flüchtlingen in den 1990er Jahren. "Unser Hilfe war bahnbrechend in einer Zeit in der sehr oft Handschellen und Leukoplast die Rückkehrhilfe waren", erinnerte Küberl in deutlichen Worten an den Tod von Marcus Omofuma, der im Mai 1999 im Zuge seiner Abschiebung in einem Flugzeug erstickte.
Österreichweit hat die Caritas in den vergangenen zehn Jahren mehr als 16.300 Menschen beraten, mehr als 8.800 Rückkehrer unterstützte die Hilfsorganisation bei einem Neustart in der Heimat. Allein heuer entschieden sich bereits rund 700 von der Caritas betreute Flüchtlinge zur Heimkehr, die meisten von ihnen in den Kosovo, nach Serbien und nach Tschetschenien. "Wir leisten hier einen entscheidenden Dienst für die Menschen und die Republik", so Küberl.
Landau: "Kein 'last minute'-Reisebüro"
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Einen Großteil der Caritas-Hilfe für rückkehrwillige Flüchtlinge leistet die Caritas der Erzdiözese Wien. Jeder Fall müsse dabei im Rahmen der Beratung individuell geprüft werden, unterstrich der Wiener Caritasdirektor Landau, man trage daher eine große Verantwortung. "Wir sind kein Last-Minute-Reisebüro ohne Rückfahrschein", so Landau.
Wesentlich für die Caritas ist, dass die Rückkehrer in ihrem Heimatland wieder auf eigenen Beinen stehen können. Landau: "Wenn man Menschen ohne Perspektive zwangsweise außer Landes schafft, so werden sie höchst wahrscheinlich wieder versuchen, nach Österreich zu kommen - es kommt zu einem sogenannten Drehtüreffekt mit dem letztendlich niemandem geholfen ist". Umso unverständlicher sei die Zögerlichkeit der Republik für ihn in dieser Frage.
Fotoausstellung "On my way"
Im Wiener Restaurant "Inigo" (Bäckerstraße 18, 1010 Wien, Mo-Sa: 9.30-24.00 Uhr) illustriert bis zum 21. September die Fotoausstellung "On my way" das Leben der Betroffenen. Konkret haben fünf Rückkehrer aus Indien, dem Kosovo, der Republik Moldau, Nepal und Serbien ihre Rückkehr mit Fotos dokumentiert.
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