Austro-afrikanische Gemeinschaftsmesse im Burgenland
Wien-Eisenstadt, 21.6.06 (KAP) Ein Gottesdienst in Wien im Gedenken an den Priester Aaron Ekwu, für den ein Seligsprechungsverfahren läuft, bildete den Abschluss des Österreich-Besuchs des nigerianischen Erzbischofs Albert Obiefuna. Schwerpunkte waren Firmungen in Oberösterreich und Burgenland und ein großer österreichisch-afrikanischer Gemeinschaftsgottesdienst mit Eucharistischer Prozession im burgenländischen Großpetersdorf. Mit mehreren Autobussen angereiste Pilger aus der Wiener "African Catholic Community" nahmen teil. Viele Pilger stammten - ebenso wie Alterzbischof Obiefuna - aus Onitsha, der katholischen Hochburg in Nigeria. Der 76-jährige emeritierte Erzbischof unterrichtet heute an der dortigen katholischen Fakultät.
Aaron Ekwu, der 1936 in Nigeria geboren wurde und 1989 starb, war ein enger Mitarbeiter Obiefunas. Ekwu konnte dank eines Stipendiums in Wien Theologie studieren, während Obiefuna damals zum Studium nach Rom ging.
Nach dem Besuch des Wiener Priesterseminars wurde Ekwu im Juni 1965 von Kardinal Franz König im Stephansdom zum Priester geweiht. Neben seinem Doktoratsstudium war Aaron Ekwu bis 1970 Kaplan in der Pfarre St. Johann Evangelist am Keplerplatz in Wien-Favoriten, wo er mit seinem liebenswürdigen und offenen Wesen einen großen Freundeskreis gewann.
Ekwu galt als der "lächelnde Kaplan aus Nigeria". Er war Mitbegründer der Vereinigung "HIFA" ("Hilfe für alle"), einer Entwicklungsinitiative für seine durch den Biafra-Krieg schwer getroffene Heimat. Intensiven Kontakt pflegte Ekwu auch mit der Fokolar-Gemeinschaft und mit der Bewegung "Marriage Encounter".
Erst nach dem Ende des Bürgerkrieges 1970 konnte Aaron Ekwu in seine Heimat zurückkehren. Bald nach seiner Ankunft in Nigeria wurde er zum Pfarrer ernannt. Neben seiner Seelsorge-Tätigkeit lehrte der Priester auch als Professor für dogmatische Theologie am Bigard Memorial Seminary in Enugu.
In Los Angeles erwarb Ekwu den "Master of Arts"-Grad in Erziehungswissenschaften. Zugleich war er Kaplan im kalifornischen El Segundo.
Nachdem er in seine Heimatdiözese Awka in Nigeria zurückkehrt war, wurde "Father Aaron" Pfarrer in Amawbia und Schulinspektor für den Religionsunterricht an den staatlichen Schulen. Zu Ostern 1989 verunglückte Ekwu tödlich. Kardinal Christoph Schönborn besuchte vor mehr als sechs Jahren im Zuge einer Afrikareise sämtliche "Schauplätze" der Biografie Ekwus.
Der Persönlichkeit Aaron Ekwus ist auch ein verstärktes Nigeria-Engagement der österreichischen Katholiken zu verdanken. Aus Österreich wurden bereits einige soziale, karitative und pastorale Initiativen in der Diözese Awka unterstützt. Eines der Projekte ist die neue "Aaron Ekwu Memorial Clinic" in Akpugoeze.
Das Seligsprechungsverfahren für Ekwu wurde imm Novemver 2002 eröffnet. Die Vorerhebungen dafür liefen parallel in der Diözese Awka und in der Erzdiözese Wien
Der ebenfalls aus Nigeria stammende Kurienkardinal Francis Arinze bedankte sich kürzlich in einem Schreiben bei der "Gebetsgemeinschaft für Aaron Ekwu" für ihre tatkräftige Unterstützung des Verfahrens und würdigte den Verstorbenen, den er in einem nigerianischen Knabenseminar selbst unterrichtet hatte, als einen einfachen, liebevollen und großzügigen Menschen, dem das Wohl der ihm Anvertrauten stets ein Herzensanliegen war.