Kirchliche Entwicklungshilfe: 84 Millionen für Ärmsten
3.483 Projekte in 100 Ländern wurden damit unterstützt. Bericht zeigt starken Rückgang an öffentlichen Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit. Bischof Schwarz: "Mit der weltweiten Armut dürfen wir uns nicht abfinden"
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Durch kirchliche Hilfe aus Österreich konnten 3.483 Projekte in 100 Ländern unterstützt werden |
Wien, 08.09.2009 (KAP) "84 Millionen Euro für die Ärmsten der Armen" haben die kirchlichen Entwicklungshilfe-Organisationen im Vorjahr aufgewendet, 3.483 Projekte in 100 Ländern wurden damit unterstützt: Diese Bilanz zog die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) in ihrem Jahresbericht 2008.
Aus diesem Bericht geht auch ein starker Rückgang an öffentlichen Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit hervor: Die Fördergelder sanken von 21,8 im Jahr 2007 auf 16,4 Millionen Euro - also um ein Viertel. Für die KOO ist dies "ein Schritt in die falsche Richtung".
Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz betonte am Dienstag in seiner Funktion als KOO-Vorsitzender: "Mit der weltweiten Armut dürfen wir uns nicht abfinden". Die ungerechte Verteilung an Lebenschancen führe letztendlich immer wieder zu Kriegen und verursache tiefes Leid. Für Schwarz ist die "Tatsache, dass die Kluft zwischen Arm und Reich jährlich immer tiefer wird, schlichtweg ein Skandal, dem man nicht tatenlos gegenüber stehen kann". 100.000 Menschen sterben jeden Tag an den Folgen von Hunger und Unterernährung, wies der Bischof hin.
"Dauerappell" Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des BIP zu erhöhen
Heinz Hödl, Geschäftsführer der Koordinierungsstelle, forderte eine deutliche Steigerung der staatlichen EZA-Mittel. Die Rahmenbedingungen für NGOs in diesem Bereich und insbesondere für die kirchlichen Organisationen müssten verbessert werden, zumal diese bei ihrer Arbeit auf lokale kirchliche Strukturen zurückgreifen könnten "und so Hilfe leisten, die direkt bei den Menschen
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Bischof Ludwig Schwarz |
ankommt". Hödl erneuerte auch den "Dauerappell" aller EZA-Verantwortlichen an die Bundesregierung und die EU, endlich ihren Verpflichtungen nachzukommen, die Mittel für EZA bis 2015 schrittweise auf 0,7 Prozent des BIP zu erhöhen.
Im Zuge ihrer Jahresbilanz unterstrich die KOO die Bedeutung kirchlicher NGOs in der Nord-Süd- bzw. Nord-Ost-Zusammenarbeit. Kirchliche Entwicklungszusammenarbeit sei auf ganzheitliche Hilfe ausgerichtet, ihre Partnerorganisationen würden kontinuierliche Nachweise in Bezug auf Quantität und Qualität ihrer Arbeit erbringen. Besondere Qualitätsmerkmale kirchlicher NGOs seien Kompetenz und Nachhaltigkeit, die gute Verankerung in der Gesellschaft erleichtere die Langzeitpräsenz in vielen Ländern. Auf Bildungsarbeit werde in den Zielländern, aber auch in der "Inlandsarbeit" hoher Wert gelegt. Großes Engagement mit hohem ethischen Anspruch sei ein weiteres Kennzeichen kirchlicher EZA. All dem müsse mit einert "stärkeren öffentlichen Anerkennung" Rechnung getragen werden, forderte die KOO.
Mit dem KOO-Jahresbericht gibt die katholische Kirche in Österreich alljährlich Rechenschaft über die Leistungen ihrer Mitgliedsorganisationen und Ordensgemeinschaften. Mitglieder sind u.a. die Dreikönigsaktion, "Missio", die Afro-Asiatischen Institute, die "Welthaus"-Organisationen, "Horizont3000", die Katholische Frauen- sowie die Männerbewegung, die Katholische Jugend und "Jugend Eine Welt".
Linktipps:
> Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission
> UN-Welternährungsorganisation FAO
> Caritas