Auschwitz: Religions-Vertreter reichen die Hände
300 Repräsentanten von mehr als einem Dutzend Glaubensgemeinschaften setzten Zeichen der Versöhnung. Redner riefen im ehemaligen Vernichtungslager zu einer Welt des Friedens und Freundschaft auf
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Warschau, 08.09.2009 (KAP) Im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau haben führende Vertreter von mehr als einem Dutzend Glaubensgemeinschaften ein gemeinsames Zeichen der Versöhnung gesetzt. Zum Abschluss einer Gedenkzeremonie im Rahmen des Friedenstreffens der Weltreligionen reichten sich am Dienstag die rund 300 Repräsentanten unter anderem des Christentums, Judentums, Islam und Buddhismus die Hände zum Friedensgruß und umarmten sich. Redner riefen zu einer Welt des Friedens und der Freundschaft auf.
Nach einem Schweigemarsch legten Delegationen von Religionen und Ländern Blumen an den 21 Gedenktafeln vor dem Mahnmal nieder und gedachten der mehr als 1,2 Millionen in Auschwitz ermordeten Menschen.
Der Oberrabbiner von Tel Aviv, Israel Meir Lau, erinnerte an die Worte von Papst Johannes Paul II., dass alle Menschen verpflichtet seien, für das Überleben des jüdischen Volkes zu arbeiten. Als Auschwitz-Überlebende aus der Volksgruppe der Roma rief die österreichische Schriftstellerin und Malerin Ceija Stojka zum Kampf gegen Rassismus auf. Sie verwies darauf, dass allein in Ungarn in jüngster Zeit 15 Roma ermordet worden seien.
An der Zeremonie im ehemaligen größten deutschen Vernichtungslager beteiligten sich unter anderen der Erzbischof von Krakau, Kardinal Stanislaw Dziwisz, Kurienkardinal Roger Etchegaray, der Erzbischof von Neapel, Kardinal Crescenzio Sepe, sowie der Oberrabiner von
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Ehemaliges NS-Vernichtungslager Auschwitz |
Polen, Michael Schudrich. Die Muslime vertraten unter anderen der Kairoer Philosoph Hassan Hanafi und der Präsident des islamischen Nationalrats der Elfenbeinküste, Kone Idriss Koudouss.
Die Vertreter der Weltreligionen tagten seit Sonntag im südpolnischen Krakau. Dort wollen sie am Dienstagabend zum Abschluss des diesjährigen Friedenstreffens einen gemeinsamen Aufruf unterzeichnen. Papst Johannes Paul II. hatte die jährliche Begegnung der Religionsführer der Welt 1986 im italienischen Assisi ins Leben gerufen. Seither wurden die Treffen von Sant'Egidio in unterschiedlichen Städten fortgesetzt.