Entwicklungshilfe: Kirchlicher Appell an Bundeskanzler
Beim G20-Gipfel in Pittsburgh stünden wichtige Weichenstellungen für die EU-Position hinsichtlich Armutsbekämpfung, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und fortschreitender Klimawandel an
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KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl |
Wien, 18.09.2009 (KAP) Einen "aktiven Beitrag" von Bundeskanzler Werner Faymann beim EU-Rat hat die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) gefordert. Im Vorfeld des G20-Gipfels am 24. und 25. September in Pittsburgh (USA) stünden wichtige Weichenstellungen für die EU-Position hinsichtlich Armutsbekämpfung, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und fortschreitender Klimawandel an. "Es ist Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen", heißt es in einer Aussendung am Freitag.
In einem Schreiben an Bundeskanzler Faymann hatte die KOO bereits am 15. September auf das "enorme Ausmaß der menschlichen und sozialen Kosten der wirtschaftlichen Turbulenzen insbesondere für Entwicklungsländer" hingewiesen. Geschäftsführer Heinz Hödl fordert eine rasche und umfassende Unterstützung der betroffenen Länder zur Bekämpfung der dort jetzt verstärkten Armut. Es bedürfe grundlegender Reformen des globalen Finanz- und Wirtschaftssystems. Und es "drängt die Zeit, um auf den fortschreitenden Klimawandel zu reagieren", von den gerade die Länder des "Südens" massiv betroffen seien, so der kirchliche Entwicklungs-Experte.
100.000 Menschen sterben täglich an Unterernährung
Wichtige Entscheidungen sollten zwar den UN-Gremien vorbehalten sein, dennoch komme den größten Wirtschaftsmächten der Welt in der Umsetzung entsprechender Maßnahmen entscheidende Bedeutung zu, wies Hödl hin. 100.000 Menschen sterben jeden Tag an den Folgen von Hunger und Unterernährung, "das ist ein Skandal".
Das Schreiben an Bundeskanzler Faymann steht in Einklang mit der internationalen Allianz katholischer Entwicklungsorganisationen (CIDSE) und tritt für folgende Maßnahmen ein:
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Bundeskanzler Werner Faymann im Gespräch mit dem wiedergewählten EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso |
Finanzspritzen für die von der Wirtschaftskrise meistbetroffenen Länder, um diesen die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele zu ermöglichen und Neuverschuldung zu vermeiden; die Einführung einer internationalen Finanztransaktionssteuer; schließlich ein "ökologisch nachhaltiges und sozial ausgewogenes Klimaabkommen" in Vorbereitung der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, für das die Industrieländer entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen hätten.
Die österreichische Regierung solle diese Vorhaben unterstützen, fordert die KOO. Es gelte aktiv zu werden im Sinne einer Umgestaltung der globalen Wirtschafts- und Finanzarchitektur und neuer Grundlagen für die globale Entwicklung.
Linktipps:
» Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission
» UN-Welternährungsorganisation FAO
» Caritas
» UN-Millenniumsziele (englisch)
» CIDSE