Kooperation zwischen Uni Graz und Franziskanerorden
Anlässlich der Aufnahme der Zusammenarbeit zwischen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz und dem Franziskanerorden wird ein Symposium zum 800-Jahr-Jubiläum veranstaltet.
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Karl-Franzens-Uni Graz |
(Katholisch.at) Ab dem kommenden Wintersemester 2009/10 wird an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz eine von einem Franziskaner abgehaltene Lehrveranstaltung stattfinden. Diese Kooperation unter dem Arbeitstitel „traditio franciscana“ sieht vor, dass jedes Jahr eine Vorlesung oder ein Seminar mit einem franziskanischen Schwerpunkt angeboten wird. Aus diesem Anlass findet am 2. Oktober im Universitätszentrum Theologie und am 3. Oktober im Grazer Franziskanerkloster ein Symposium mit dem Titel „Erinnerung und Prophetie. 800 Jahre franziskanisches Leben: Wirkungsgeschichte und aktuelle Impulse“ statt. Das Symposium ist außerdem als Grazer Beitrag zum 800-Jahr-Jubiläum des Franziskanerordens gedacht.
Unter den Referenten befinden sich der Grazer Weihbischof Franz Lackner, der Grazer Neutestamentler Univ.-Prof. Christoph Heil, die Wiener Professorin für spirituelle Theologie, Marianne Schlosser und der ehemalige Generalminister und vormalige Präsident von „Missio Deutschland“, P. Hermann Schalück OFM. Die Begrüßung hält Provinzial P. Rupert Schwarzl OFM. Ihm ist diese Kooperation „ein Herzensanliegen“. Er verweist dabei auf ein Schreiben des derzeitigen Generalministers der Franziskaner, José R. Carballo, in dem dieser die Unverzichtbarkeit der Studien und der Wissenschaft für den Orden betont.
Beidseitiges Interesse
Univ.-Prof. Hans-Ferdinand Angel, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Graz, hat mit dem Franziskanerorden das Gerüst für die Zusammenarbeit erstellt. „Es sind ja Franziskaner-Studenten seit Jahren hier bei uns in Graz“, so Angel. Daher habe die Fakultät auch eine Affinität zum Orden. Es habe schon lange ein großes, beidseitiges, gemeinschaftliches Interesse zur Kooperation
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Über 130 Franziskaner wirken und leben in der Ordensprovinz, die Österreich und Südtirol umfasst |
gegeben, betont der Dekan. Er sieht einen doppelten Nutzen: „Einerseits wird damit die Fakultät zu einem Lernort des spirituellen Lebens. Andererseits könne diese gelebte Spiritualität auch wissenschaftlich reflektiert werden.“ Es gebe eine Fülle an franziskanischen Themen, die faszinierend sei: Stadtmission, das Gespräch mit Muslimen oder die Frage, wie man als junger Franziskaner franziskanische Spiritualität lernt. Außerdem gäbe es laut Angel, der am Grazer Institut für Katechetik und Religionspädagogik lehrt und forscht, eine lange wissenschaftliche Tradition der Franziskaner, zum Beispiel Duns Scotus. Ein wichtiger Nebenaspekt sei, dass man in Graz das Kooperationsnetzwerk mit Südost-Europa, vor allem mit Bosnien-Herzegowina, verstärken wolle, wo der Franziskanerorden stark vertreten ist.
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Der Grazer Guardian des Franziskanerkonvents, P. Matthias Maier OFM, und Pater Bernhard Holter OFM, der Verantwortliche für die ordenseigenen Theologiestudenten in Graz, haben maßgeblich an der Übereinkunft zur Zusammenarbeit mitgewirkt. P. Holter freut sich: „Ich glaube, dass beide Seiten im Sinne einer ‚Win-Win-Situation’ ihre Vorteile ziehen können. Damit soll gelebte Spiritualität in den Universitätsalltag verstärkt Eingang finden.“ Die erste Vorlesung im Rahmen dieser Kooperation wird vom Schweizer Franziskaner Paul Zahner übernommen. Seit die Schweizer Franziskaner im Juli 2009 eine abhängige Kustodie der Franziskanerprovinz Austria geworden sind, wurden die Verbindungen intensiviert. Pater Zahner hält eine Einführungsvorlesung für Studienanfänger.
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