Oberin Christine Gleixner 80
Wien, 22.6.06 (KAP) Die langjährige Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Oberin Christine Gleixner, hat am Donnerstag ihr 80. Lebensjahr vollendet. Christine Gleixner, die seit 1955 in der ökumenischen Arbeit engagiert ist, war von 1. Jänner 2000 bis 31. Dezember 2005 als Vorsitzende des ÖRKÖ tätig. Durch ihren vielfältigen Einsatz für Verständigung und Versöhnung zwischen den getrennten Christen wurde Christine Gleixner zur "Mutter der Ökumene" in Österreich - und darüber hinaus.
Nach der Matura hatte Christine Gleixner zunächst Biologie studiert, 1949 trat sie in die Ordensgemeinschaft der "Frauen von Bethanien" in Bloemendaal (Niederlande) ein. Sie studierte Theologie und Pastoralkatechese an der Ordenshochschule, aber auch an den Universitäten von Nijmegen und Utrecht.
Nach einem Studiensemester in Paris 1961/62 kehrte sie nach Wien zurück und übernahm hier die Verantwortung für die Niederlassung ihres Ordens. In der Folge gestaltete sie lange Zeit die ORF-Radioreihe "Ökumenische Morgenfeier" mit, die nach den Worten des Wiener Weihbischofs Helmut Krätzl zur "ökumenischen Drehscheibe in Österreich" wurde.
Oberin Gleixner leitet seit vielen Jahren die Wiener Diözesankommission für Ökumenische Fragen. Sie verantwortet u.a. die alljährliche Ökumenische Fachtagung. "Sie kann mit Fug und Recht die 'Mutter der Ökumene' in Österreich genannt werden", sagte Bischof Krätzl aus Anlass der Verleihung des Professorentitels an Christine Gleixner vor fünf Jahren. Gleixner sei es immer um eine "sehr redliche" Ökumene gegangen, "die nichts vorwegnehmen will, die aber dennoch auch zielstrebig weitergeht".
Großen Wert legte die langjährige ÖRKÖ-Vorsitzende auch auf den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen, vor allem auf das besondere Naheverhältnis zum Judentum. In Österreich ist Oberin Gleixner durch ihre wissenschaftlich-theologische Kompetenz, aber auch durch ihr Interesse für die gelebte Ökumene in der Seelsorge und ihr kirchendiplomatisches Geschick seit langem anerkannte Expertin, deren Rat auch bei den Bischöfen gefragt ist.