Die "deutsche Stimme im Vatikan" verstummt
Der bekannte P. Eberhard von Gemmingen SJ beendet seine Arbeit für den päpstlichen Sender. Gemmingen sieht Schwächen der Medienarbeit des Vatikans. Ihm folgt P. Bernd Hagenkord SJ
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P. Eberhard von Gemmingen SJ |
Vatikanstadt-München (KAP) Die "deutsche Stimme im Vatikan" verstummt: Nach 27 Jahren an der Spitze der deutschsprachigen Abteilung von "Radio Vatikan" beendet P. Eberhard von Gemmingen SJ im Oktober seine Arbeit für den päpstlichen Sender. Einem breiteren Publikum wurde der 1936 im badischen Bad Rappenau geborene Jesuit durch seine häufigen Fernsehauftritte bekannt. Gemmingen wird ab nächstem Jahr in München tätig sein, wo er von P. Eugen Hillengass die Spendenzentrale seines Ordens übernimmt. Dort ist auch der Sitz der "Benedictus-Stiftung", die Gemmingen mitbegründet hat.
P. von Gemmingen trat 1957 in den Jesuitenorden ein und studierte anschließend in Innsbruck, Tübingen und Pullach Theologie und Philosophie. 1968 wurde er vom Münchner Erzbischof Kardinal Julius Döpfner zum Priester geweiht. Danach arbeitete P. von Gemmingen in verschiedenen Funktionen für seinen Orden. Außerdem engagierte er sich in der von P. Johannes Leppich SJ begründeten "action 365". Die Deutsche Bischofskonferenz berief den Ordensmann schließlich 1980 zu ihrem Beauftragten beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Zwei Jahre später ging P. von Gemmingen als Leiter der deutschsprachigen Abteilung von "Radio Vatikan" nach Rom.
P. Gemmingen: Erhebliche Schwächen der Medienarbeit des Vatikans
Die Medienarbeit des Vatikans weist nach Ansicht Gemmingens erhebliche Schwächen auf. "Der Vatikan bleibt ein gutes Stück hinter seinen Möglichkeiten zurück", betonte der scheidende Leiter der deutschsprachigen Abteilung von "Radio Vatikan" in einem Interview mit der römischen Gemeinschaftsredaktion der deutschsprachigen katholischen Nachrichtenagenturen (CIC).
Als Beispiel nannte der Jesuit die vatikanischen Websites. Diese seien ein "wunderbares Archiv", enthielten jedoch zuwenig atuelle Mitteilungen, erläuterte er. Auch der Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" fehle ein mehrsprachiger aktueller Onlinedienst. Mit einem solchen Dienst könnten von heute auf morgen Hunderttausende Gläubige mehr erreicht werden, so der Ordensmann. Mit Blick auf "Radio Vatikan" sprach sich P. von Gemmingen für mehr Programme in afrikanischen und asiatischen Sprachen aus.
P. Hagenkord wird Nachfolger
Nachfolger P. von Gemmingens wird mit 1. November P. Bernd Hagenkord SJ. Er wurde 1968 in Hamm (Westfalen) geboren. Vor seinem Eintritt in den Jesuitenorden studierte er Geschichte und Journalismus in Gießen und Hamburg. Anschließend studierte Hagenkord Philosophie und Theologie in München und London und wurde 2002 zum Priester geweiht. Von 2002 bis 2008 arbeitete er als Jugendseelsorger der Katholischen Studierenden Jugend in Hamburg. Danach absolvierte er in Chile den letzten Abschnitt seiner Ordensausbildung. Hagenkord beschäftigte sich bereits früher publizistisch mit den Themen Jugend und Spiritualität.
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