Vatikan: Papst wusste nichts von Holocaust-Leugnung
Es sei "absolut haltlos", zu behaupten oder nur zu unterstellen, der Papst sei vorab über die Positionen des lefebvrianischen Bischofs Richard Williamson Williamsons informiert worden
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Vatikanstadt 23.9.09 (KAP) Vatikansprecher P. Federico Lombardi SJ hat am Mittwoch Versionen zurückgewiesen, dass Papst Benedikt XVI. vor der Aufhebung der Exkommunikation für den lefebvrianischen Bischof Richard Williamson über dessen Leugnung der Shoah unterrichtet worden sei. Es sei "absolut haltlos", zu behaupten oder nur zu unterstellen, der Papst sei vorab über die Positionen Williamsons informiert worden, sagte P. Lombardi am Mittwoch vor Journalisten.
Die Sprecherin der Diözese Stockholm hatte zuvor erklärt, man habe Ende November Informationen über das dann erst am 21. Jänner im schwedischen Fernsehen ausgestrahlte Williamson-Interview an den Nuntius in Schweden gegeben. Der Nuntius, Erzbischof Emil Paul Tscherrig, habe diese Informationen nach eigener Aussage auch kurzfristig nach Rom weitergeleitet.
P. Lombardi verwies auf eine Stellungnahme des päpstlichen Staatssekretariats vom 4. Februar. Darin habe man "auf deutlichste Weise die Distanzierung des Papstes und der katholischen Kirche von jeglicher antisemitischen oder den Holocaust leugnenden Haltung" ausgedrückt.
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Am Mittwochabend will die schwedische TV-Sendung "Uppdrag Granskning" ("Auftrag: Nachforschung") sich erneut dem Thema Williamson widmen. In einem Ankündigungsvideo fragt der Sender: "Was wusste der Vatikan?" Gezeigt werden Interview-Ausschnitte mit dem
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Stockholmer Bischof Anders Arborelius, Kurienkardinal Walter Kasper und Nuntius Emil Tscherrig.
Am 24. Jänner, drei Tage nach der Ausstrahlung des Interviews, in dem Williamson die Existenz von Gaskammern leugnete, hatte der Vatikan die Exkommunikation der vier lefebvrianischen Bischöfe (darunter auch die Williamsons) öffentlich zurückgenommen. Die Maßnahme, die Papst Benedikt XVI. als einen Schritt im Bemühen um die Kircheneinheit bezeichnete, löste international heftige Reaktionen und Diskussionen über den mangelnden Informationsaustausch zwischen den Kurienbehörden aus.
Der Vatikan erklärte später, dass der Papst vor der Rücknahme der Exkommunikation nichts von den Aussagen Williamsons gewusst habe.
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