"Priester sind Freunde Jesu mit ganzer Existenz"
Wien, 24.6.06 (KAP) "Priestersein bedeutet: Freund Jesu werden mit der ganzen Existenz", betonte Kardinal Christoph Schönborn bei der Weihe der Neupriester der Erzdiözese Wien im Stephansdom. "Ihr verzichtet auf Ehe, auf eine eigene Familie - und das ist ein Verzicht", erinnerte der Kardinal. Priestersein bedeute manchmal auch Alleinsein: "Es gibt Momente und Zeiten im Leben, in denen das ganz besonders spürbar ist. Wenn dann eure Freundschaft zu Jesus lebendig ist, dann ist Alleinsein keine Einsamkeit", sagte der Kardinal, der in seiner Ansprache besonders auf die Predigt von Papst Benedikt XVI. bei der Chrisam-Messe in der diesjährigen Karwoche aufmerksam machte. Benedikt XVI. hatte darin betont, dass ein Priester vor allem ein Mensch des Gebets und ein "Freund Christi" sein müsse. "Unsere Zeit ist stürmisch und oft skeptisch gegen Glaube und Kirche. Dann gilt es den Blick auf Jesus zu richten", machte Kardinal Schönborn den neuen Priestern in seiner Predigt Mut.
Insgesamt weihte Kardinal Schönborn im Stephansdom fünf neue Priester: den 33-jährigen Andreas Kaiser aus Reichenau an der Rax, den 36-jährigen Severin Bojanowski aus Danzig, den 32-jährigen Oreste Da Rin Fioretto aus Padua und den 31-jährigen Jesus David Jaen Villalobos; deren zahlreiche Freunde und Angehörige im voll besetzen Stephansdom begrüßte Kardinal Schönborn in spanischer und italienischer Sprache. Fünfter Priesterkandidat war der 55-jährige Wiener Wolfgang Polder. Er war im Bankwesen tätig, bevor er den Weg in den Priesterberuf fand. Dass alle der neuen Priester über 30 Jahre alt sind, wertete Kardinal Schönborn in seiner Predigt als "sehr typisch für heute". "Bei vielen ist der Weg mit Jesus ein Weg mit Zögern und Umwegen - aber, es ist ein Weg mit Jesus", stellt er fest und erinnerte daran, dass heute die Menschen auch erst viel später heiraten als früher.
Weitere Priesterweihen im Herbst
Traditionell finden die meisten Priesterweihen rund um das Fest "Peter und Paul" am 29. Juni statt. Bereits einige Wochen vor der Diözesanpriesterweihe im Stephansdom ist der 50-jährige Wiener Ludwig Juza, der dem Opus Dei angehört, zum Priester geweiht worden. Auch der Jesuit P. Markus Schmidt und der Oratorianer P. Paul Wodrazka - beide aus Wien - haben bereits die Priesterweihe empfangen. Im September wird Kardinal Schönborn auch dreiAngehörige der "Samaritanischen Gemeinschaft" im niederösterreichischen Wallfahrtsort Kleinmariazell zu Priestern weihen.