Bedeutung der "Charta Oecumenica" betont
Rom-Bukarest, 26.6.06 (KAP) Die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV3), deren Höhepunkt im September 2007 im rumänischen Sibiu stattfinden wird, geht in die "zweite Phase". Erste Veranstaltung der "zweiten Phase" (die auf nationaler und regionaler Ebene stattfindet) war eine große Konferenz im italienischen Terni, die gemeinsam von der Kommission für Ökumenismus und Dialog der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), dem Bund Protestantischer Kirchen in Italien (FCEI) und der Orthodoxen Erzdiözese von Italien (Ökumenisches Patriarchat) organisiert wurde. In Terni wurde die Bedeutung der "Charta Oecumenica" als Grundlage für die Gestaltung der Beziehungen zwischen katholischen, evangelischen und orthodoxen Christen auf dem europäischen Kontinent unterstrichen. Den Vorsitz führten in Terni gemeinsam der katholische Ortsbischof Vincenzo Paglia (er ist auch Ko-Vorsitzender des EÖV3-Planungsauschusses), Prof. Gianni Long, Präsident der FCEI, und der orthodoxe Metropolit Gennadios Zervos.
"Die Charta Oecumenica ist die Tagesordnung, die unsere europäische ökumenische Reise auf dem Weg nach Sibiu begleiten wird", erklärte Prälat Aldo Giordano, der Generalsekretär des "Rates Europäischer Bischofskonferenzen" (CCEE), in Terni. Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit der Kirchen sei die Bibel. Dort seien auch die Themen der "Sibiu-Foren" grundgelegt: Einheit, Spiritualität, Zeugnis, Europa, Religionen, Migration, Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden. "Sibiu findet zu einer Zeit statt, in der sich Europa - sowohl das Europa der 25 als auch der ganze Kontinent - stark der Notwendigkeit bewusst ist, dass es eine erneuerte Vision finden muss", sagte Pfarrer Jean-Arnold de Clermont, der Präsident der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC). Die Christen seien gerufen, so de Clermont, "ein gemeinsames Zeugnis für eine Vision von Europa als einem Raum für Frieden, Versöhnung und Zusammenarbeit abzulegen". Die Kirchen müssten eine aktive Rolle spielen "im Kampf gegen die Ängste, die unseren Kontinent dazu bringen, sich in sich selbst zurückzuziehen".
Bei der Konferenz in Terni wurde u.a. empfohlen, die "Ausbildung der Theologiestudenten auf den Ökumenismus auszurichten" und die Zusammenarbeit der kirchlichen Medien zu fördern, um die Kommunikation ökumenischer Fragen zu fördern. Die Konferenz hießauch Empfehlungen an die italienischen Delegierten in Sibiu gut: Sie sollen sich "für die Gemeinschaft mit dem Judentum, für freundliche Beziehungen zum Islam und für Begegnungen mit anderen Religionen und Weltanschauungen" einsetzen, für die Rechte der Migranten eintreten und sich gegen "jegliche Form von Ausbeutung und Menschenhandel" aussprechen. Vor allem dürfe sich Europa nicht "innerhalb der eigenen Grenzen einschließen, sondern müsse "einen Dialog mit der übrigen Welt aufrechterhalten, besonders mit dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten".
In den nächsten Monaten wird die zweite Etappe der EÖV3 in Frankreich, Deutschland, Schweden, Estland, Finnland und weiteren Ländern durchgeführt werden.
Das Generalthema der EÖV3 lautet "Das Licht Christi scheint auf alle - Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa". Die EÖV3 ist in vier Etappen gegliedert. Die erste Etappe fand von 24. bis 27. Jänner 2006 mit einer Tagung von 150 Delegierten aus europäischen Kirchen und ökumenischen Organisationen in Rom statt. Die zweite Etappe, die mit der Terni-Konferenz eingeleitet wurde, besteht aus einer Reihe von Tagungen auf nationaler und regionaler Ebene. Die dritte Etappe wird ein Treffen von Delegierten in Wittenberg (Deutschland) vom 15. bis 17. Februar 2007 sein. Die EÖV3 findet ihren Höhepunkt in Sibiu mit der Versammlung von 4. bis 8. September 2007, an der etwa 2.500 Delegierte aus den Kirchen Europas teilnehmen werden. Wie die vorhergehenden Versammlungen in Basel (1989) und Graz (1997) wird die EÖV3 gemeinsam von der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC) und vom "Rat Europäischer Bischofskonferezen" (CCEE) getragen. (Informationen: Thierry Bonaventura/CCEE, Tel. 0041/71/227.60.40 oder 0039/347/036.09.23, E-mail: thierry.bonaventura@ccee.ch; Luca Negro/CEC, Tel 0041/22/791.64.85 oder 0041/78/870.81.17 , E-mail: Luca.Negro@cec-kek.org).