Schönborn eröffnete Päpstliche Hochschule in Trumau
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Wien, 12.10.09 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat am Samstag in Trumau bei Wien den neuen Standort des päpstlichen "Internationalen Theologischen Instituts" (ITI) eröffnet. Die theologische Hochschule deren Lehrschwerpunkte in den Bereichen "Ehe und Familie" und den Ost-West-Beziehungen liegen, ist von der Kartause Gaming in das Schloss Trumau im Bezirk Baden übersiedelt. Am neuen Standort kann das ITI nun doppelt so viele Ausbildungsplätze wie bisher anbieten; im Vollausbau sollen bis zu 120 Studenten am Campus in Trumau leben und arbeiten.
In seiner Predigt beim Festgottesdienst in der Pfarrkirche Trumau verwies Kardinal Schönborn auf die zwei Säulen des ITI: das Studium der Theologie und Philosophie von den Quellen her und die Brückenfunktion der Hochschule zwischen Ost und West. Der Kardinal - er ist seit 15 Jahren Großkanzler der Hochschule - sprach sich auch für eine vertiefte Zusammenarbeit der Theologie mit den Naturwissenschaften aus. Die von einer materialistischen Sichtweise geprägten Naturwissenschaften bräuchten auch die Theologie als "Lesehilfe".
Dass auf dem neuen Campus auch Familien mit Kindern leben, bezeichnete Schönborn als "schönstes Lebenszeichen" der ITI-Hochschule. Das Wort Gottes wachse am besten in den Familien, in denen der Glaube weitergegeben wird, sagte der Kardinal.
Der vier Hektar großen Campus rund um Schloss Trumau umfasst neben den Einrichtungen auch Wohnungen für Studierende, Professoren und deren Familien. Die Vorlesungs- und Seminarräume sowie die Verwaltungseinrichtungen für den Studienbetrieb sind im jetzt sanierten Schloss untergebracht.
Bei einem anschließenden Festakt im Hof des Schlosses brachte ITI-Rektor Larry Hogan seine Freude über die erfolgreiche Übersiedlung des Instituts "vor die Tore Wiens" zum Ausdruck. Hogan kündigte den weiteren Ausbau der Studienangebote am ITI an. Derzeit können Studierende an der päpstlichen Hochschule ein staatlich anerkanntes, fünfjähriges Theologiestudium absolvieren. Neben einem Lizentiat und Doktorat wird zudem ein Masterstudium mit dem Schwerpunkt "Ehe und Familie" angeboten.
Den Grund für den neuen Campus hat das ITI vom Stift Heiligenkreuz erworben. Abt Gregor Henckel-Donnermarck sprach bei der Eröffnung von einem "Tag großer Freude". Aus den mittelalterlichen Gebäuden von Schloss Trumau, die jahrhundertelang für die Versorgung des Stiftes gesorgt hätten, werde jetzt ein "geistiges Zentrum".
Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Prof. Martin Jäggle, sprach in seinem Festvortrag zum Thema "Was ist gute Theologie?". Mit Blick auf den ITI-Leitspruch "Sicut cervus ad fontes" nannte Jäggle die Quellensicherung als zentrale Aufgabe der Theologie. Die Geschichte sei ein "Qualifikationsort" für Theologie, sagte Jäggle: "Sie ist ein Lernort und ein Ort der Prüfung für die Qualität der Theologie".
Zugleich sei es aber Aufgabe der Theologie, zu den Menschen in der heutigen Zeit zu sprechen, betonte der Dekan der katholisch-theologischen Fakultät. Theologie müsse ihre Quellen für die heutigen Menschen zugänglich machen und dabei sowohl die Verwurzelung des Christentums auch die ökumenischen Wurzeln berücksichtigen.
Bisher 170 Absolventen
Das "Internationalen Theologischen Institut" wurde 1996 auf Initiative von Johannes Paul II. gegründet, um jungen Menschen (vor allem aus Mittel- und Osteuropa) eine umfassende theologische Bildung mit dem Schwerpunkt Ehe und Familie zu ermöglichen. Durch seine Internationalität erfüllt das ITI, das den Status einer Päpstlichen Hochschule besitzt, auch eine Brückenfunktion im neuen Europa.
Bisher haben 170 Theologen die ITI-Studien absolviert. Die Studierenden kamen in den vergangenen Jahren aus 17 verschiedenen Nationen, u.a. aus dem osteuropäischen und amerikanischen Raum, aber auch aus China und Afrika. Die Lehrveranstaltungen werden auf Englisch abgehalten.
Das ITI wird durch Spenden finanziert, Kirchenbeitragsmittel werden nicht eingesetzt.
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