Katholisch-orthodoxe Dialogrunde auf Zypern nach Wien vertagt
Eine Woche reichte nicht aus, um in der Kernfrage der besonderen Rolle des Bischofs von Rom weiterzukommen, daher wird im September 2010 in Wien weiterdiskutiert
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Nicosia, 26.10.09 (KAP) Die jüngste 11. Vollversammlung der offiziellen Theologischen Kommission für den Dialog zwischen römisch-katholischer und orthodoxer Kirche in Paphos auf Zypern ist ohne Einigung zu Ende gegangen. Sie soll laut "Radio Vatikan" im September 2010 in Wien fortgesetzt werden.
Am Dialog in Paphos hatten 30 orthodoxe und 30 katholische Theologen teilgenommen. Moderiert wurde das Treffen von Kurienkardinal Walter Kasper, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, und Metropolit Ioannis Zizioulas von Pergamon (Bergama), dem Vertreter des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel.
Bei der Begegnung auf Zypern wollte man in der strittigen Kernfrage der besonderen Rolle des Bischofs von Rom weiterkommen. Das Thema des päpstlichen Primats habe sich jedoch als zu schwierig erwiesen, um es in der einen Sitzungswoche einvernehmlich behandeln zu können. Dank dem Verhandlungsgeschick von Kardinal Kasper und Metropolit Ioannis sei man mit Hilfe eines Sitzungsaufschubs auf 2010 einem "zu eiligen Kompromiss" in dieser heiklen Frage zuvor gekommen, verlautete aus Beobachterkreisen.
Das Thema war bereits Gegenstand des letzten Treffens im Herbst 2007 in Ravenna gewesen. Damals kam es zu einem Eklat, als die Delegation des Moskauer Patriarchats die Gespräche wegen eines innerorthodoxen Streits verliess. Inzwischen hätten die Patriarchate Moskau und Konstantinopel ihre Uneinigkeiten ausgeräumt, erklärte der Vizesekretär des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Prälat Eleuterio Fortino.
Am 13. Oktober 2007 hatten die Vertreter von orthodoxer und katholischer Kirche ein Papier verabschiedet, in dem beide Seiten übereinstimmen, dass Rom in der Ordnung der ungeteilten Kirche des ersten Jahrtausends "die erste Stellung einnahm und dass der Bischof von Rom deshalb der Erste unter den Patriarchen war". Er rangierte an erster Stelle der fünf klassischen Sitze von Rom, Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem ("Pentarchie").
Allerdings blieb in dem Dokument weiter offen, wie der Primat heute ausgeübt werden sollte. Man sei "uneinig in der Interpretation der historischen Belege aus dieser Zeit über die Vorrechte des Bischofs von Rom als Erster", hieß es 2007 in Ravenna