Seligsprechung von Johannes Paul II. im Oktober 2010?
Rom und Krakau arbeiten bereits bei den Vorbereitungen für große Feiern zusammen. Dabei kam es zu Indiskretionen. Der Vatikan nennt derzeit noch keinen Termin
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Papst Johannes Paul II. |
Rom-Warschau (KAP) Rom und Krakau planen bereits große Feiern für die Seligsprechung von Johannes Paul II. (1920-2005), die Indiskretionen zufolge im Oktober 2010 erfolgen könnte. Die Indiskretionen erfolgten im Zusammenhang mit der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens zwischen dem römischen Bürgermeister Gianni Alemanno und seinem Krakauer Amtskollegen Jacek Majchrowski. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten in mehreren Bereichen zu fördern. Die beiden Städte wollen auch bei der Vorbereitung der großen Feierlichkeiten für die Seligsprechung von Karol Wojtyla kooperieren, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Mittwoch.
"Rom will sich gut auf die Seligsprechung von Johannes Paul II. vorbereiten. Wir müssen bereit sein, einen Ansturm von Pilgern zu empfangen. Wir wollen vielfältige Veranstaltungen rund um die Seligsprechung organisieren. Es wird ein großes Fest der Brüderlichkeit werden", meinte Alemanno.
Die Feiern sollen nicht nur im Vatikan, sondern auch auf dem Universitätsgelände von Tor Vergata südlich von Rom stattfinden, wo Johannes Paul II. im Jubiläumsjahr 2000 im Rahmen des Weltjugendtreffens junge Gläubige aus der ganzen Welt getroffen hatte. "Anlässlich der Seligsprechung rechnen wir wieder mit riesigen Menschenmengen - wie jene, die nach dem Tod von Johannes Paul II. und in den wichtigsten Momenten seines Pontifikats nach Rom geströmt sind", erklärte der römische Bürgermeister.
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Noch unklar ist, wann die Seligsprechung erfolgen soll. Mai oder Oktober 2010 gelten als mögliche Termine. "Jetzt besprechen die Kardinäle das Seligsprechungsverfahren. Die Diskussion wird bis Jahresende abgeschlossen. Wir warten auf die Entwicklungen im nächsten Jahr", sagte der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Msgr. Slawomir Oder, ohne zeitliche Angaben zur Seligsprechung zu geben.
Offiziell hat der Vatikan das Seligsprechungsverfahren für Johannes Paul II. im Juni 2005 eröffnet. Es wurde zunächst parallel in Rom und in Krakau geführt. Beobachter erwarteten damals eine Prozessdauer von drei bis sechs Jahren. Das bisher kürzeste Verfahren der Neuzeit war das für Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997), die 2003 seliggesprochen wurde, nur sechs Jahre nach ihrem Tod.
Das Kirchenrecht schreibt normalerweise eine Fünfjahresfrist zwischen dem Tod und dem Auftakt des Verfahrens vor. Diese Frist setzte Benedikt XVI. für seinen Vorgänger außer Kraft. Schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt kündigte er an, das Seligsprechungsverfahren könne unverzüglich beginnen.