Wien: Stephansdom setzt Akzent zum Mozartjahr
Wien, 3.7.06 (KAP) Auch der Stephansdom steht heuer im Zeichen Mozarts. Die diesjährige Sonderschau in der Domsakristei steht unter dem Titel: "Der Stephansdom zur Zeit Mozarts"; auch ein großer Teil des Musikprogramms der Wiener Bischofskirche ist heuer dem Gedenken des Musikgenies gewidmet. In der "Schatzkammer-Ausstellung" in der Domsakristei werden Details über die Beziehung Wolfgang Amadeus Mozarts zur Dompfarre St. Stephan dargelegt.
Zwei der Wohnungen Mozarts befanden sich in unmittelbarer Nähe des Doms - in der Domgasse und in der Rauhensteingasse. Am 4. August 1782 heiratete Mozart in der Eligiuskapelle des Doms Constanze Weber. Der Eintrag im Trauungsbuch der Dompfarre ist in der Ausstellung zu sehen - inklusive einem Fehler, der heute angesichts der weltweiten Prominenz des Bräutigams wohl nicht mehr vorkommen würde: "Der wohledle Herr Wolfgang Adam Mozart, ein Kapellmeister ..." Die kleine Ausstellung informiert auch darüber, dass zwei der sechs Kinder Mozarts im Dom getauft wurden: Johann Thomas Leopold, der ein Monat später starb, und Franz Xaver Mozart, der selbst Komponist wurde. Ein weiterer, ganzjährig zu sehender Anknüpfungspunkt: Zu Mozarts Todestag, am 5. Dezember 2005, wurde von Dompfarrer Anton Faber eine Mozart-Gedenktafel bei der Taufkapelle gesegnet.
Weiteres Exponat in der Schatzkammer-Ausstellung ist das Totengebührenbuch von 1791 mit dem Eintrag zu Mozarts Tod: Der Komponist wurde am zuständigen Friedhof St. Marx bestattet - aber nicht, wie oft fälschlich behauptet, in Form eines Armenbegräbnisses. Nach dem Trauerzug zum Dom und der Aussegnung in der Kreuzkapelle folgte das durchaus übliche Begräbnis dritter Klasse. Zu diesem Thema ist auch ein josephinischer Klappsarg ausgestellt, ein Typus, der jedoch zum Zeitpunkt von Mozarts Tod nicht mehr verwendet wurde.
Die Sonderausstellung ist bis 15. Oktober in der Domsakristei zu sehen. Öffnungszeiten täglich von 9 bis 11.30 Uhr, sonn- und feiertags zusätzlich von 13 bis 16.30 Uhr.