Caritas-Präsident Küberl für "Integrations-Doppelpack"
Neben Zuwanderern müssten auch Einheimische, die am Rand der Gesellschaft stehen, integriert werden, so Küberl in ORF-Sendung "Im Zentrum". Pfarrer Friedl: hochrangige Politiker versicherten humanitäre Lösung im Fall Zogaj - aus wahltaktischen Überlegungen sei dies aber nie passiert
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Wien, 16.11.09 (KAP) Für ein "Integrations-Doppelpack" hat Caritaspräsident Franz Küberl am Sonntagabend in der ORF-Diskussionssendung "Im Zentrum" plädiert. Neben Zuwanderern müssten auch Einheimische, die am Rand der Gesellschaft stehen, integriert werden. Sonst seien diese nur allzu leicht für politische "Angstspielereien" empfänglich.
Zum Fall der drohenden Abschiebung von Arigona Zogaj und ihrer Mutter in den Kosovo sagte Küberl, er hoffe noch auf eine "vernünftige Entscheidung" und den Vorrang von humanitärem vor formalen Recht. Es gebe einige hundert inzwischen gut integrierte Familien in Österreich, wo die Behörde so entscheiden sollte; das wäre auch ein beachtlicher Beitrag zur Entlastung der Bürokratie.
Der Caritaspräsident forderte zudem eine menschenwürdige und faire Behandlung für alle Menschen, die nach Österreich kommen, unabhängig davon, "ob sie bleiben können oder nicht".
In die gleiche Kerbe schlug auch der Ungenacher Pfarrer Josef Friedl, der Arigona Zogaj nach wie vor beherbergt. Solange Menschen aus anderen Ländern von den Österreichern grundsätzlich so negativ gesehen werden, würden die Probleme immer größer. "Schwarz-Weiß-Malerei" und willkürliche Einteilung von Zuwanderern und Asylwerbern in "anständig" und "unanständig" führten zu Diskriminierungen. Dem müsse entgegengehalten werden, dass jeder Mensch wertvoll sei. Friedl ortete zudem ein mangelndes Selbstwertgefühl bei den Österreichern.
Im Fall Zogaj übte der Ungenacher Pfarrer Kritik an den Politikern. Hochrangige Politiker hätten ihm wiederholt versichert, dass es zu einer humanitären Lösung für die Zogajs kommen werde, aus wahltaktischen Überlegungen sei dies aber nie passiert. Scharf kritisierte Friedl auch, dass im konkreten Fall die Kinder für Fehler der Eltern und Behörden bestraft würden. Allzu oft werde vergessen, dass Arigona Zogaj auch noch zwei jüngere Geschwister habe, die bereits in den Kosovo abgeschoben wurden
Der Pfarrer erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die mahnenden Worte von Kardinal Christoph Schönborn in der "ZIB 2" vom 13. November. Der Kardinal hatte betont, dass es Österreich "keinen Schaden zufügen würde, wenn diese Familie bleiben könnte". Schönborn hatte zudem an das Schicksal der Familie Perkolaj hervorgehoben, die ebenfalls aus dem Kosovo stammt und in der Steiermark lebte. Der Familie habe man das humanitäre Bleiberecht nicht zuerkannt und sie in den Kosovo abgeschoben, obwohl sie völlig integriert waren, obwohl sie die österreichische Sprache sprechen und sich die Bevölkerung für ihr Bleiben ausgesprochen hatte. Er halte diese Vorgehensweise für falsch, so Schönborn: "Da hat die Politik einiges nachzudenken."
Zum Fall der drohenden Abschiebung von Arigona Zogaj und ihrer Mutter in den Kosovo sagte Küberl, er hoffe noch auf eine "vernünftige Entscheidung" und den Vorrang von humanitärem vor formalen Recht. Es gebe einige hundert inzwischen gut integrierte Familien in Österreich, wo die Behörde so entscheiden sollte; das wäre auch ein beachtlicher Beitrag zur Entlastung der Bürokratie.
Der Caritaspräsident forderte zudem eine menschenwürdige und faire Behandlung für alle Menschen, die nach Österreich kommen, unabhängig davon, "ob sie bleiben können oder nicht".
In die gleiche Kerbe schlug auch der Ungenacher Pfarrer Josef Friedl, der Arigona Zogaj nach wie vor beherbergt. Solange Menschen aus anderen Ländern von den Österreichern grundsätzlich so negativ gesehen werden, würden die Probleme immer größer. "Schwarz-Weiß-Malerei" und willkürliche Einteilung von Zuwanderern und Asylwerbern in "anständig" und "unanständig" führten zu Diskriminierungen. Dem müsse entgegengehalten werden, dass jeder Mensch wertvoll sei. Friedl ortete zudem ein mangelndes Selbstwertgefühl bei den Österreichern.
Im Fall Zogaj übte der Ungenacher Pfarrer Kritik an den Politikern. Hochrangige Politiker hätten ihm wiederholt versichert, dass es zu einer humanitären Lösung für die Zogajs kommen werde, aus wahltaktischen Überlegungen sei dies aber nie passiert. Scharf kritisierte Friedl auch, dass im konkreten Fall die Kinder für Fehler der Eltern und Behörden bestraft würden. Allzu oft werde vergessen, dass Arigona Zogaj auch noch zwei jüngere Geschwister habe, die bereits in den Kosovo abgeschoben wurden
Der Pfarrer erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die mahnenden Worte von Kardinal Christoph Schönborn in der "ZIB 2" vom 13. November. Der Kardinal hatte betont, dass es Österreich "keinen Schaden zufügen würde, wenn diese Familie bleiben könnte". Schönborn hatte zudem an das Schicksal der Familie Perkolaj hervorgehoben, die ebenfalls aus dem Kosovo stammt und in der Steiermark lebte. Der Familie habe man das humanitäre Bleiberecht nicht zuerkannt und sie in den Kosovo abgeschoben, obwohl sie völlig integriert waren, obwohl sie die österreichische Sprache sprechen und sich die Bevölkerung für ihr Bleiben ausgesprochen hatte. Er halte diese Vorgehensweise für falsch, so Schönborn: "Da hat die Politik einiges nachzudenken."