
Kardinal-König-Kunstpreis 2009 an Künstler Marko Lulic
Die Verleihung der zum dritten Mal vergebenen Auszeichnung nimmt der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser vor
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Kardinal Franz König |
Salzburg, 23.11.2009 (KAP) Der Kardinal-König-Kunstpreis 2009 geht an den Wiener Künstler Marko Lulic. Die Verleihung der zum dritten Mal vergebenen Auszeichnung nimmt der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser am kommenden Freitag, 27. November, um 18 Uhr im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil vor. Dabei werden hochkarätige Fachleute "Akzente im Dialog zwischen Kunst und Kirche" setzen, heißt es in der Ankündigung. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, wird ebenso sprechen wie der Initiator des Kardinal-König-Kunstpreises, Prälat Johannes Neuhardt. Die Laudatio auf den Preisträger hält Prof. Armin Zweite, Direktor der Sammlung Brandhorst in München.
Marko Lulic, 1972 in Wien geboren, wurde für seine Arbeit "Architekturmodell postrevolutionärer Spielplatz" ausgezeichnet. Weitere 25 Kunstschaffende hatten sich beworben. Lulic bezeichnete seine Arbeit als "Einladung zum Spielen", die hoffentlich angenommen werde. Es handle sich nicht um ein Architekturmodell im wörtlichen Sinn, sondern um eine Form der "Denkmalhinterfragung": Der mit Lack überzogene Gipsabdruck des eigenen Kopfes des Künstlers auf einem mit Teaköl eingelassenen Sperrholzsockel stelle eine "Einladung zum freien Assoziieren und zum Spielen mit Vorstellungen von Denkmälern" dar. Durch das gar nicht "monumentale" Material Gips habe er eine Skulptur geschaffen, die "so tut, als ob sie ein ernst gemeinter Vorschlag für eine Skulptur im öffentlichen Raum wäre", so der Künstler.
Der Jury hat - wie es in ihrer Begründung heißt - gerade dieser "offene und ambivalente Zugang des Künstlers zu der Idee des 'Kunstwerkes'" gefallen. Lulics Vorgehen könne als soziopolitische und geschichtskritische Recherche gesehen werden, die Typen und Formen künstlerischer Huldigung in diktatorischen Regimen "aufs Korn nimmt". Lulic selbst spricht bei seinen Arbeiten häufig von einem "absichtlich missglückten Transfer" bzw. von einer "Übersetzung, die nur scheitern kann". "Es sind die Brüche, die beabsichtigen Fehler, die mich interessieren", so der Künstler. Die prämierte Arbeit habe auch mit dem Niederreißen von Denkmälern nach dem Fall der Berliner Mauer zu tun; sie hinterfrage sowohl die Bedingungen und Ideologien, die etwas zum Denkmal machen, als auch jene, die es zum Stürzen bringen.
"Wackelkontakt" zwischen Kunst und Kirche
Der Kunstraum St. Virgil in Salzburg stellt wie bereits 2007 alle Einreichungen zum Kardinal-König-Kunstpreis aus - ein Versuch, den seit den 1960-er Jahren leiser gewordenen Dialog zwischen Kunst und Kirche wieder zu beleben, wie es dazu heißt. Dieser "Wackelkontakt", wie Anstoßgeber Neuhardt das Verhältnis von Kirche und Kunst bezeichnete, werde sowohl durch diese Ausstellung als auch durch den entsprechenden Katalog stabilisiert.
Lulic wuchs in Wien und Kroatien auf. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste sowie an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Seit 2009 unterrichtet er an der Akademie der bildenden Künste. 2010 wird er auch eine Klasse an der Sommerakademie in Salzburg übernehmen. Lulic beteiligt sich seit 1994 an Einzel- und Gruppenausstellungen. Seine Skulpturen, Objekte, Installationen und Videos waren bisher u.a. in der Secession und im neuen Kunstraum Bawag Contemporary zu sehen, auf internationaler Ebene in New York, Frankfurt und Belgrad.