"Papst beeindruckte durch Differenziertheit"
Wien-Madrid, 10.7.06 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat beim Weltfamilientreffen in Valencia mit seiner intellektuell anspruchsvollen Positionierung und differenzierten Wortwahl "beeindruckt". Damit habe er sich von so manchem Beitrag beim vorangegangenen pastoraltheologischen Kongress in Valencia abgehoben, wo eine "oft sehr markige" Kritik an der Politik der derzeitigen spanischen Regierung geübt worden sei, so der Direktor des kirchlichen "Instituts für Ehe und Familie" (IEF), Günter Danhel, in einem Gespräch mit "Kathpress" über das Großereignis in Spanien. Danhel hatte wie "Familien-Bischof" Klaus Küng und der Salzburger Weihbischof Andreas Laun der österreichischen Delegation zum Weltfamilientreffen angehört. Benedikt XVI. habe einen realistisch-nüchternen Blick auf die unverzichtbaren Institutionen Ehe und Familie geworfen und manches positiv gewürdigt. Benedikt XVI. habe auch herausgestrichen, dass es eine legitime Pluralität von Initiativen und Ansätzen in der katholischen Familienpastoral gebe, die erstzuständige kirchliche Ebene seien die Pfarren.
Als bemerkenswert bezeichnete es Danhel, dass das jüngste Dokument des Päpstlichen Familien-Rates über "Familie und Weitergabe des menschlichen Lebens" nicht auf der Vatikan-Website veröffentlicht wurde. Der Papst habe hier möglicherweise eine "eigene und positivere" Linie, vermutet der kirchliche Familien-Experte.
Benedikt XVI. habe aber auch durch einen bescheidenen Stil beeindruckt. Die von manchen internationalen Medien (auch im wenig mit der spanischen Innenpolitik vertrauten Österreich) herausgestellten "kritischen" Begleittöne des Papstbesuches in Valencia seien überaus minoritär gewesen, betonte Danhel. Valencia sei von großer Gastfreundschaft und "einem Meer von weißgelben Fahnen" dominiert gewesen, nur sehr vereinzelt habe man auf Transparenten "Wir begrüßen ihn nicht" lesen können.