Missbrauchskandal in Irland: Papst will durchgreifen
Benedikt XVI. verurteilte die Misshandlungen durch katholische Geistliche als "abscheuliche Verbrechen". Er werde die Aufklärung der Skandale persönlich verfolgen und für eine geeignete Prävention Sorge tragen, hieß es nach Treffen mit irischen Bischöfen
Vatikanstadt, 11.12.09 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat mit Bestürzung auf den jüngsten Bericht über Missbrauchsfälle in der irischen Kirche reagiert. "Der Heilige Vater teilt die Empörung, das Gefühl des Verrats und die Scham, die so viele Gläubige in Irland empfinden", hieß es in einer offiziellen Vatikan-Erklärung am Freitag. Zuvor hatte sich der Papst von Spitzenvertretern der irischen Bischofskonferenz über die Vorfälle in ihrem Land unterrichten lassen. An den Beratungen über den Report der sogenannten Murphy-Kommission nahmen auch hohe Kurienvertreter teil.
Benedikt XVI. verurteilte die Misshandlungen durch katholische Geistliche als "abscheuliche Verbrechen". Er werde die Aufklärung der Skandale persönlich verfolgen und für eine geeignete Prävention Sorge tragen. Es seien "wirksame und sichere Strategien" zu entwickeln, damit sich solche "beschämenden Ereignisse" nicht wiederholen, so die Erklärung. Benedikt XVI. kündigte ein Schreiben an die Katholiken Irlands an, in dem er Initiativen zur Überwindung der Krise darlegen wolle.
"Der Heilige Stuhl nimmt die zentralen Themen sehr ernst, die der Report aufwirft, einschließlich Fragen der Amtsführung lokaler Kirchenführer mit ihrer letzten Verantwortung für die pastorale Sorge gegenüber Kindern", hieß es in der Mitteilung. Die als Täter enttarnten Kleriker hätten ihre Gelübde gegenüber Gott gebrochen und das Vertrauen der Opfer, von deren Familien und der Gesellschaft verletzt, betonte der Papst. Die Gläubigen weltweit rief er auf, gemeinsam mit ihm für die Opfer und ihre Angehörigen zu beten.