Bischof dankt kath. Frauen für "kritische Einmischung"
Innsbruck, 11.7.06 (KAP) Der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer hat der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) für deren Engagement und "kritisches Einmischen" in die Kirche gedankt. Bei der Eröffnung der Sommerstudientagung der kfbö im Bildungshaus St. Michael in Matrei am Brenner würdigte Scheuer am Montagabend die pfarrliche Arbeit der Katholischen Frauenbewegung, deren Bemühen um internationale Solidarität, aber auch den Einsatz für die Rechte der Frau in der Kirche. Er ermunterte die Tagungsteilnehmerinnen, Bilder und Vorstellungen zu zerstören, die Frauen und manchmal auch Männer unterdrücken. Lustvoll sollte aber auch über Bilder nachgedacht werden, die Freiräume schaffen, Kommunikation fördern und Emanzipation stärken. Die diesjährige Sommerstudientagung ist der Auseinandersetzung mit dem Wandel von Gottes- und Menschenbildern gewidmet.
Die Vorsitzende der kfbö, Margit Hauft, unterstrich die Notwendigkeit, tradierte Bilder kritisch zu hinterfragen und sich nicht von fixen Vorstellungen einengen zu lassen. "Wenn wir eine Änderung in der Kirche wünschen, dann müssen wir Bilder loslassen, aber auch unterschiedliche Bilder nebeneinander gelten lassen", betonte Hauft. Die Frauenreferentin des Landes Tirol, Elisabeth Stögerer-Schwarz, lobte die Hartnäckigkeit und den langen Atem der Katholischen Frauenbewegung, mit der sie sich in der Kirche "für Geschlechtergerechtigkeit einsetzt und ein Ernstnehmen der Bedürfnisse von Frauen und Männern verlangt". Die kfb gebe jenen Menschen Stimme und Gehör, die oft überhört werden. Die Frauenreferentin würdigte den ehrenamtlichen Einsatz der vielen Frauen, die im Unterschied zu den Männern unsichtbar, leiser und meist hinter der Bühne sich darum kümmern, dass alles reibungslos läuft.
An der Sommerstudientagung in Matrei nehmen die Leitungsteams der kfb aus allen österreichischen Diözesen sowie aus Südtirol teil. Bis Freitag werden bei Vorträgen und Workshops die vielfältigen Gottesbilder in der Bibel sowie das Glaubensbekenntnis erörtert, aber auch feministisch-theologische Überlegungen angestellt und persönliche Vorstellungen von Gott reflektiert.