Katholische Aktion für mehr Ehebegleitung
Wien, 11.7.06 (KAP) Neben ehevorbereitenden sind vor allem ehebegleitende seelsorgliche Maßnahmen notwendig, um Scheidungen möglichst zu vermeiden: Das betonte der Sprecher des Forums "Beziehung, Ehe und Familie" der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Wolfgang Hinker, am Dienstag im Blick auf die jüngst vorgelegte Scheidungsstatistik. Das Bedürfnis der Menschen nach stabilen und erfüllenden Beziehungen verlange nach "helfenden Strukturen". Wenn es um das Gelingen einer Ehe geht, sei die katholische Kirche "die einzige Institution, die Programme anbietet", so Hinker. Allein im vergangenen Jahr hätten österreichweit knapp 10.000 Brautpaare an katholischer Ehevorbereitung teilgenommen. Die Standards dieser Vorbereitungsseminare würden ständig evaluiert und verbessert.
Ein Ziel der Ehevorbereitung sei es, den Brautleute zu vermitteln, "dass Gott auf ihrem gemeinsamen Weg mit ihnen ist". Neben Erläuterungen des katholischen Eheverständnisses gehe es in den Seminaren um die Vermittlung von Kommunikationskultur; Studien hätten erwiesen, dass davon das Gelingen einer Ehe ganz wesentlich abhängt, sagte der KAÖ-Experte. Auf lange Sicht sollten die Eheleute ermuntert werden, an der Ausgestaltung ihrer Beziehung ein Leben lang zu arbeiten und bei Schwierigkeiten Hilfe in Anspruch zu nehmen, plädierte Hinker für eine Aufwertung der Ehebegleitung. Denn: "Kirche hat nicht nur die Aufgabe, die Ideale der Ehe hochzuhalten, sondern auch die Menschen in ihrer Begrenztheit und in ihren Schwächen wahrzunehmen und ihnen zur Seite zu stehen, wenn sie straucheln".