Missbrauchskandal in Irland: Weitere Bischofsrücktritte
Alle Betroffenen waren Weihbischöfe in der Erzdiözese Dublin - Konsequenzen des Berichts der Murphy-Kommission
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Dublin, 26.12.09 (KAP) Im Zuge der Missbrauchsaffäre in der katholischen Kirche in Irland haben weitere Bischöfe ihren Rücktritt angekündigt. Die beiden Dubliner Weihbischöfe Eamonn Walsh und Raymond Field sagten bei der Mitternachtsmette, sie wollten ihr Amt niederlegen. Damit haben mittlerweile vier Bischöfe ihren Amtsverzicht erklärt. Der Heilige Stuhl hat bisher einen Rücktritt angenommen.
Die beiden Weihbischöfe gehören laut irischem Rundfunk RTE zu den fünf Bischöfen, denen der Bericht der Murphy-Kommission über Missbrauch durch Geistliche in der Erzdiözese Dublin Fehlverhalten vorgeworfen hatte. Laut dem Bericht soll die Erzdiözese Dublin über Jahre hinweg Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch systematisch verschwiegen haben.
Nach dem angekündigten Rücktritt der beiden Weihbischöfe verbleibt nur noch einer der im Murphy-Bericht beschuldigten Bischöfe, Martin Drennan (Galway), im Amt. Erst am Mittwoch hatte der Bischof von Kildare und Leighlin, James Moriarty, nach eigenen Angaben seinen Amtsverzicht im Vatikan eingereicht. Der Bischof von Limerick, Donal Murray, war schon in der vorigen Woche zurückgetreten. Die Bischöfe sollen während ihrer Amtszeit als Weihbischöfe in Dublin Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch nicht ordnungsgemäß gemeldet haben.
Der sogenannte Murphy-Kommission kam zu dem Schluss, dass in der Erzdiözese Dublin über mehr als 30 Jahre hinweg Kindesmissbrauch durch Geistliche systematisch vertuscht worden sei. Der Bericht befasst sich vornehmlich mit Vorwürfen aus den Jahren 1975 bis 2004, die von 320 Personen erhoben wurden. Seit Mai 2004 seien 130 weitere Vorwürfe gemeldet worden.