"Kinderleid mit Knalleffekt"
Auf die "menschenverachtenden Arbeitsbedingungen" bei der Feuerwerkskörper-Produktion weist "Jugend Eine Welt" hin. Weltweit müssen über 190 Millionen arbeiten
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Wien, 29.12.2009 (KAP) Auf die "menschenverachtenden Arbeitsbedingungen" bei der Feuerwerkskörper-Produktion hat "Jugend Eine Welt", die entwicklungspolitische Organisation der Salesianer Don Boscos, anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels aufmerksam gemacht. Wo, durch wen und vor allem unter welchen Bedingungen die zu Silvester verpulverten Feuerwerkskörper hergestellt werden, sei bei deren Kauf nicht ersichtlich, heißt es in einer Presseaussendung. "Jugend Eine Welt"-Geschäftsführer Reinhard Heiserer spricht darin von "Kinderleid mit Knalleffekt", auf das die Konsumentinnen und Konsumenten aufmerksam gemacht und zu mehr Achtsamkeit beim Kauf motiviert werden sollten.
Die Feuerwerksindustrie sei die "Industrie der Armen". Weltweit größter Produzent sei China, gefolgt von Indien und einigen Staaten in Mittel- und Südamerika wie Peru, Guatemala und El Salvador.
"Meist erfolgt die Herstellung der Feuerwerkskörper unter schrecklichen Bedingungen", so Heiserer. Häufig seien auch Kinder an der Produktion beteiligt. Schutzbestimmungen zum Umgang mit den gefährlichen und gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen der Knaller und Raketen - wie Schwarzpulver - "existieren häufig nicht oder werden missachtet". Viele Firmen ließen die Feuerwerkskörper in Heimarbeit fertigen. Dort sei dann keine Kontrolle mehr möglich.
Die bei der Produktion eingesetzten Chemikalien führen laut "Jugend Eine Welt" in vielen Fällen zu massiven gesundheitlichen Schäden, wie chronischer Bronchitis, Tuberkulose und Missbildungen der Haut. Dazu komme das ständige Risiko von Feuer und Explosionen: "Nicht selten kommen Arbeiter und Arbeiterinnen dabei ums Leben."
190 Millionen Kinder müssen arbeiten
Kinder werden laut "Jugend Eine Welt" aber nicht nur in der Feuerwerksproduktion ausgebeutet. 20 Jahre nach der Deklaration der UN-Kinderrechtskonvention müssten immer noch mehr als 190 Millionen Kinder weltweit arbeiten. "Oft unter menschenverachtenden Bedingungen und zu Hungerlöhnen", wie Reinhard Heiserer erklärte.
Gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos und den Don-Bosco-Schwestern kämpft "Jugend Eine Welt" in mehr als 130 Projekt-Ländern gegen ausbeuterische Kinderarbeit. In Schulen, Ausbildungs- und Straßenkinderzentren wird benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Alternative zum Leben auf der Straße und zur Kinderarbeit geboten. Getreu dem Motto "Bildung überwindet Armut" bekommen die jungen Menschen die Chance einer Ausbildung und damit die Möglichkeit einer selbstbestimmten Zukunft.
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