Österreichs orthodoxe Christen feiern Weihnachten
Viele orthodoxe Kirchen gedenken der Geburt Christi nach dem Julianischen Kalender. Tausende russisch- und serbischstämmige Wiener feiern am 6. und 7. Jänner die Weihnachtsliturgie
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Wien, 6.1.10 (KAP) Viele orthodoxe Kirchen feiern das Weihnachtsfest nach dem Julianischen Kalender, was bedingt, dass der Heilige Abend erst der 6. Jänner und der Christtag erst der 7. Jänner sind. Tausende russisch- und serbischstämmige Wiener werden so am kommenden Mittwoch und Donnerstag in der russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale und in der serbisch-orthodoxen Auferstehungskirche die Geburt Jesu feiern. Die in den Westkirchen gemachte Kalenderreform erfolgte unter Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 und brachte die unterschiedliche Weihnachtsdatierung.
In der russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale in der Jauresgasse 2 im 3. Bezirk beginnt das Weihnachtsfest mit der "Nachtwache des Heiligen Abends" am Mittwoch um 17 Uhr. Um 23 Uhr beginnt die feierliche Liturgie. Am Donnerstag um 9 Uhr wird die "Liturgie zu Christi Geburt" gefeiert. Zu den liturgischen Feiern werden auch viele Touristen aus Russland und den anderen GUS-Staaten erwartet.
Die russisch-orthodoxe Kirche in Österreich gibt es seit 1762, als der erste russisch-orthodoxe Priester nach Wien kam. Die erste eigene Kirche, die Nikolauskathedrale mit ihren eindrucksvollen Zwiebeltürmen, wurde neben der russischen Botschaft in den Jahren von 1893 bis 1899 errichtet. Seit 1946 ist das Gotteshaus die Kathedrale des russisch-orthodoxen Bischofs von Wien und Österreich.
Die in letzter Zeit stark gewachsene Gemeinde der Kathedrale setzt sich aus Gläubigen verschiedener Nationen zusammen. Die Gottesdienste werden in kirchenslawischer Sprache unter Einbeziehung deutschsprachiger Teile zelebriert.
In der serbisch-orthodoxen Auferstehungskirche in Wien-Leopoldstadt, Engerthstraße 160, Österreichs größtem orthodoxen Gotteshaus, beginnt die Weihnachtsvesper am Mittwoch um 18 Uhr. Die feierliche Liturgie des Heiligen Abends findet um 24 Uhr statt.
Die serbisch-orthodoxe Kirche in Wien besteht seit 1860. Im Jahr 1893 wurde die erste serbische Kirche im 3. Wiener Gemeindebezirk zu Ehren des Heiligen Sava geweiht. Die Auferstehungskirche in der Leopoldstadt wurde im Jahr 2002 geweiht.
In der serbischen St.-Sava-Kirche im 3. Bezirk, Veithgasse 3, finden die Weihnachtsgottesdienste um 18 Uhr (Vesper), 24 Uhr (Liturgie) und 9.30 Uhr (7. Jänner) statt.