Katholische Privatschulen beraten über Qualitätskriterien
Die Schulerhalter der katholischen Privatschulen tagen ab Montag in Salzburg. Frage, "was junge Menschen brauchen, um sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln zu können"
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Salzburg, 08.01.2010 (KAP) Die Schulerhalter und Direktoren der katholischen Privatschulen in Österreich kommen von Montag, 11. Jänner, bis Mittwoch, 13. Jänner, im Salzburger Bildungshaus St. Virgil zu ihrer jährlichen bundesweiten Tagung zusammen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen heuer mögliche neue zukunftsweisende Qualitätskriterien für Katholische Schulen, wie Rudolf Luftensteiner, Geschäftsführer der Vereinigung der Ordensschulen, im "Kathpress"-Gespräch am Freitag betonte. Die große Herausforderung für die katholischen Privatschulen liege darin, wie sich das christliche Menschenbild und die damit verbundene Achtung vor der Würde jedes Menschen konkret in pädagogisches Handeln umsetzen lässt.
Die zentrale Fragestellung der Tagung geht auf ein aktuelles Dokument der Deutschen Bischofskonferenz zurück, das sich mit solchen Qualitätskriterien auseinandersetzt. Der Ludwigsburger Religionspädagoge Prof. Rafael Frick wird den Teilnehmern die deutschen Überlegungen vorstellen. Die Situation in Österreich werden der Wiener Religionspädagoge Prof. Martin Jäggle und der Linzer Fundamentaltheologe und Dogmatiker Prof. Franz Gruber beleuchten. Jäggle wird dabei auch Erfahrungen der Initiative "lebens.werte.schule" einfließen lassen, die sich eine demokratiefähige Schule und einen Beitrag zur menschengerechten Bildung zum Ziel gesetzt hat.
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Rudolf Luftensteiner |
Zentrale Rolle Religion
Oberstes Ziel für katholische Schulen dürfe nicht eine Ausbildung nach den Wünschen der Wirtschaft sein, warnte Luftensteiner. Es gehe vielmehr um die Frage, "was junge Menschen brauchen, um sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln zu können". Die Religion spiele dabei eine zentrale Rolle: "Ein Menschenbild ohne Religion ist ein verkürztes Menschenbild, und dementsprechend ist auch jedes pädagogische Handeln ohne religiösen Hintergrund nur ein verkürztes Handeln."
Bei der Tagung in Salzburg werden die Schulerhalter und Direktoren auch darüber debattieren, ob die "Neue Mittelschule" dem gerecht wird, was Jugendliche für eine gute Persönlichkeitsentwicklung brauchen.
Veranstalter der Tagung sind die Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften in Österreich, die Vereinigung der Frauenorden Österreichs, die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems sowie das Interdiözesane Amt für Unterricht und Erziehung.
In Österreich gibt es derzeit rund 315 katholische Privatschulen, die von 70.000 Kindern und Jugendlichen besucht werden. Das entspricht knapp sechs Prozent aller österreichischen Schüler.