Zehntausende kämpfen in Haiti ums Überleben
Dem Beben der Stärke 7,0 folgten innerhalb weniger Minuten mehrere schwere Nachbeben. Unter den Tausenden Toten ist auch ein Erzbischof. Intensive kirchliche Hilfe. "Nachbar in Not"-Aktion
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Haiti |
Wien-Port-auf-Prince, 14.01.2010 (KAP) Nach dem schweren Erdbeben in Haiti ist die Hilfe kirchlicher Netzwerke voll angelaufen. Die Caritas verteilt trotz schwierigster Bedingungen erste Lebensmittel, Decken und Hygieneartikel an die Katastrophenopfer. "Wir können Gott sei Dank auf Katastrophenlager am Ort zurückgreifen, die nicht zerstört wurden", so Sabine Wartha, Katastrophehilfeleiterin der Caritas Österreich, in einer Aussendung. Zusätzliche Hilfsgüter werden derzeit aus Lagern der benachbarten Dominikanischen Republik geliefert. Internationale Caritas-Helfer sind in das Krisengebiet unterwegs, um die lokale Caritas zu unterstützen.
Die Caritas betreibt in Haiti etwa 200 Gesundheitszentren. Wie viele vom Erdbeben zerstört wurden, sei noch nicht bekannt, so Wartha. Der Großteil des verwüsteten Gebietes um die Hauptstadt Port-au-Prince ist nach wie vor ohne Wasser, Elektrizität und Telefonverbindungen.
Zahlreiche Hilfsorganisationen versuchen, die Opfer mit sauberem Trinkwasser, Lebensmittel und medizinischer Betreuung zu versorgen. Ziel ist dabei auch, den Ausbruch von Seuchen zu verhindern. Die Caritas bittet die Österreicher dazu dringend um die Unterstützung durch Spenden. "Die Menschen in diesem bitterarmen Land werden vor allem für Notunterkünfte und beim Wiederaufbau unsere Hilfe benötigen", erklärt Caritas-Katastrophehilfeleiterin Wartha.
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Zehntausende kämpfen um ihr Überleben
"Jetzt geht es für zehntausende Menschen um das Überleben", appelliert auch der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke "Missio Austria", Msgr. Leo Maasburg, an die Solidarität der Österreicher. "Missio" hat den Menschen in Haiti über kirchliche Projektpartner und Netzwerke bereits 50.000 Euro an Soforthilfe zur Verfügung gestellt. "Am schlimmsten leiden unter einer solchen Katastrophe immer die Mittellosen", erklärte Maasburg: "Ihnen hilft nun die Kirche gezielt."
Hilfreich sei dabei das besonders dichte Netzwerk der katholischen Kirche in Haiti. "Gerade in so einem Fall muss man sich auf Netzwerke verlassen können, damit Hilfe auch tatsächlich ankommt", so Maasburg weiter. Die Päpstlichen Missionswerke verfügten über eine solche effiziente Hilfsstruktur.
Laut "Missio" leisten Ordensleute und Priester bereits seit Beginn der Katastrophe persönliche Hilfe. Wo immer möglich, gewähren Kirchen, Klöster und kirchliche Einrichtungen den Opfern Obdach, Essen und auch seelischen Beistand.
"Nachbar in Not"-Aktion für Haiti
Angesichts der verheerenden Situation nach dem Erdbeben auf Haiti startet in Österreich eine eigene Welle der Hilfsaktion "Nachbar in Not". Spenden sind auf das "Nachbar in Not"-Konto PSK 90.150.300 (BLZ 60.000) unter dem Kennwort "Erdbeben Haiti" möglich.
"Die Situation in Haiti ist derartig dramatisch und die Lage der Menschen derartig verzweifelt, dass es eine entsprechende Hilfsreaktion braucht", erklärte "Nachbar in Not"-Vorstand und Caritas-Auslandshilfechef Christoph Petrik-Schweifer am Donnerstag im Gespräch mit "Kathpress". "Nachbar in Not" stelle jenen "nationalen Schulterschluss" der Hilfsorganisationen dar, der in einer solchen Situation notwendig sei, so Petrik-Schweifer.
"Nachbar in Not" war 1992 im Zuge des Jugoslwien-Kriegs von ORF, Caritas und Rotem Kreuz gegründet worden. Im Laufe der Jahre haben sich auch andere österreichische Hilfsorganisationen wie der Malteser Hospitaldienst, die Diakonie, das Hilfswerk Austria, Care, Volkshilfe und Samariterbund angeschlossen.
Nach der Jugoslawien-Hilfe gab es weitere "Nachbar in Not"-Aktionen für die Opfer des Bürgerkrieges in Darfur, des Tsunamis im indischen Ozean und bei den Hochwasser-Katastrophen in Rumänien und Bulgarien. Die bisher letzte Hilfsaktion im Rahmen von "Nachbar in Not" war im Oktober 2005 nach dem schweren Erdbeben in Pakistan gestartet worden.
Offenbar Erzbischof unter den Todesopfern
Unter den Erdbebenopfern in Haiti soll sich auch der Erzbischof der Hauptstadt Port-au-Prince, Serge Miot, befinden. Das meldete der römische Pressedienst "misna" unter Berufung auf örtliche Kirchenmitarbeiter. Der Leichnam des 63-Jährigen sei in der erzbischöflichen Residenz gefunden worden. Unter den Trümmern werden laut "misna" noch weitere Opfer aus dem Stab der Kirchenleitung befürchtet, darunter Generalvikar Charles Benoit.
Miot wurde 1997 als Erzbischof-Koadjutor an die Spitze der Ortskirche von Port-au-Prince berufen. 2008 übernahm er die Leitung als Erzbischof. Von den knapp neun Millionen Einwohnern Hatitis sind nach Vatikanangaben sieben Millionen Katholiken.
Spendenmöglichkeiten:
Spendenkonten für die Erdbebenhilfe
» Caritas: PSK 7,700.004 (Bankleitzahl 60.000), Kennwort: "Erdbeben Haiti". Online spenden: www.caritas.at Spenden per sms: 0664-660 3333 (einfach Spendenbetrag eingeben und abschicken, wird von der Telefonrechnung abgebucht).
» "Missio" - Päpstliche Missionswerke: PSK 7,015.500 (Bankleitzahl 60.000), Kennwort "Haiti"; Online-Spenden sind auf www.missio.at möglich.
» "Jugend Eine Welt": PSK 92,083.767 (Bankleitzahl 60.000), Kennwort: "Erdbeben Haiti".
Linktipps:
» Caritas
» Misso