Katholiken und Orthodoxe "im Kern bereits eine Kirche"
Schwieriger sei die Situation im katholisch-protestantischen Dialog, so der Sprecher des Ökumenischen Rates der Kirchen, Prof. Prokschi. Er verweist auf die Fortschritte
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Linz (KAP) Die Katholische Kirche muss sich in der ökumenischen Frage des Papstamtes "endlich mehr bewegen". Das fordert der Wiener Ordinarius für Ostkirchenkunde und Sprecher des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Prof. Rudolf Prokschi. Was die katholisch-orthodoxen Beziehungen betrifft, könne man nach den inzwischen erreichten Fortschritten im Dialog berechtigterweise sagen: "Im Kern sind wir bereits eine Kirche". Hinsichtlich der Glaubensüberzeugungen, des Sakramenten- und Amtsverständnisses trenne Katholiken und Orthodoxe "eigentlich nichts", so Prokschi in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der westösterreichischen Kirchenzeitungen.
Unterschiedliche Auffassungen über die Struktur der Kirche und den Primat des Papstes hinderten noch an der Einheit. Prokschi erinnert an das orthodoxe Bekenntnis zu einem "Ersten" auf weltkirchlicher Ebene, der der Bischof von Rom sein solle, doch die vom 1. Vatikanischen Konzil für den Papst definierte "Machtfülle" sei für die Orthodoxie "undenkbar": "Da müsste sich die katholische Kirche endlich mehr bewegen", betont der Ökumene-Experte wörtlich.
Schwieriger sei die Situation - trotz ebenfalls "beachtlicher Annäherungen" - im katholisch-protestantischen Dialog: Das Einheitsmodell der reformatorischen Kirchen sei die "Leuenberger Konkordie", wo einander völlig eigenständige Kirchen Kanzel- und Kommuniongemeinschaft gewähren.
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Prof. Rudolf Prokschi |
Katholiken und Orthodoxe sehen die Einheit laut Prokschi aber viel weiter gehend und verbindlicher: Es kann nur eine Kirche Jesu Christi geben, wohl aber in Vielfalt. Es wäre zu klären, "wieviel Einheit unbedingt notwendig ist und wieviel Unterschied bleiben kann", meint Prokschi: "Es gibt ja auch in der katholischen Kirche eine riesige Bandbreite an Gruppen."
Statt "Klagelieder" auf den Stillstand der Ökumene anzustimmen, müsse man sich die theologischen Fortschritte, aber auch den gegenseitigen Zuwachs an Vertrauen in den vergangenen Jahrzehnten vor Augen halten, sagt der ÖRKÖ-Sprecher. Heute sei "jede Kirche gefordert, sich zu fragen, wie weit sie sich über bisher Gewohntes hinaus bewegen muss oder kann".
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