Kein Schaden am Stephansdom
Wien, 24.7.06 (KAP) Der Wiener Stephansdom hat vom Feuer am Südturm, das am Sonntag ausgebrochen war, keinen Schaden erlitten. Nach Angaben des Dombaumeisters Wolfgang Zehetner handelte es sich lediglich um einen Schwelbrand. "Rund um den Südturm gibt es in 60 Metern Höhe einen Basisring, auf dem das 40 Meter hohe Metall-Gerüst aufgebaut ist. An ein paar heiklen Stellen sind Holzbalken, und einer von ihnen hat geglost", so Zehetner. "Die Mauer hat nicht einmal Rauchspuren", zeigt er sich beruhigt.
Brandursache dürfte eine Zigarette gewesen sein, so der Dombaumeister im Gespräch mit "Radio Stephansdom": "Wir vermuten, dass jemand trotz des Rauchverbots in der oberhalb gelegenen Türmerstube, die ja öffentlich zugänglicher Aussichtsplatz ist, geraucht und die Zigarette aus dem Fenster geworfen hat".
Der Einsatz, zu dem 30 Mann der Wiener Feuerwehr mit drei Löschfahrzeugen ausgefahren waren, dauerte etwa eine halbe Stunde. Entdeckt wurde der Rauch vom Türmer des Doms. Laut Dompfarrer Anton Faber war der Stephansdom nicht gefährdet. Er sprach der Wiener Berufsfeuerwehr höchstes Lob aus. Faber bedankte sich für die "höchst professionelle und schnelle Hilfe" der Florianijünger.
Von unten konnte der Brand nicht eingesehen werden, daher musste die Feuerwehr in den Turm einsteigen. Vermutlich wäre die Brandstelle aber ohnehin von selbst erloschen, weil kein Holz oder andere Brandquellen, sondern nur Metall und Stein in der Nähe waren.
Faber fühlte sich an den Brand von 1945 erinnert. Weil der "Steffl" ein "Teil der österreichischen Identität" sei, könne er sich das große öffentliche Interesse am Brand gut erklären. Da zur jetzigen Zeit keine Renovierungsarbeiten an der Brandstelle durchgeführt werden, ist die weggeworfene Zigarette die plausibelste Vermutung für das Feuer. Als Konsequenz werden im Südturm die Fenster mit noch engermaschigen Netzen bekleidet.