Rohrbombenopfer-Gedenken: Iby ruft zu Miteinander auf
In einer Gedenkfeier wurde der vier Oberwarter Roma gedacht, die vor 15 Jahren durch einen Bombenanschlag von Franz Fuchs starben. Eisenstädter Bischof erinnerte an Verantwortung jedes Einzelnen
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Eisenstadt, 5.2.10 (KAP) An die Verantwortung jedes einzelnen Menschen, in seiner Umgebung den Wert des Lebens hochzuhalten, hat der Eisenstädter Bischof Paul Iby am Donnerstagabend bei der Gedenkfeier für die Opfer des Rohrbombenattentats in Oberwart vor 15 Jahren erinnert. "Auf uns selbst kommt es an, ob es ein Leben miteinander oder nebeneinander oder vielleicht sogar gegeneinander ist", sagte Iby im Rahmen des Gedenkens, das an jenem Ort in der Nähe der Roma-Siedlung Am Anger stattfand, an dem 1995 vier Roma getötet worden waren.
Allgemeine Appelle und Forderungen nach mehr Sicherheit, Toleranz und Frieden genügten heute nicht. "Die Menschen müssen sich ändern und sich die Werte des Lebens und die Werte des Glaubens in Erinnerung rufen", betonte Bischof Iby, der gemeinsam mit dem burgenländischen evangelischen Superintendent Manfred Koch ein Ökumenisches Gebet bei der Gedenkveranstaltung leitete.
Der Vorsitzende des Volksgruppenbeirats der Roma, Prof. Rudolf Sarközi, erinnerte in seiner Gedenkrede, dass Auschwitz-Überlebende 50 Jahre später miterleben mussten, wie ihre Enkel aus rassistischen Gründen ermordet wurden. Verteidigungsminister Norbert Darabos betonte, dass es noch heute Politiker in hohen Ämtern gebe, die den Nationalsozialismus verharmlosen würden. Bundespräsident Heinz Fischer wandte sich per Grußbotschaft an die Trauergäste.