Missbrauch - "Widerspricht allem, wofür die Kirche steht"
Deshalb handelt die Kirche nach den Worten von Erich Leitenberger, dem Sprecher der Erzdiözese Wien, in allen Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch konsequent gemäß eigenen strengen Richtlinien
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| Erich Leitenberger | |
Wien, 12.02.2010 (KAP) "Sexueller Missbrauch von Jugendlichen und Abhängigen widerspricht all dem, wofür die Kirche steht": Deshalb handelt die Kirche nach den Worten von Erich Leitenberger, dem Sprecher der Erzdiözese Wien, in allen Verdachtsfällen konsequent gemäß eigenen strengen Richtlinien. Zum Fall jenes Pfarrers, gegen den wegen des Verdachts des Besitzes und der Weitergabe von kinderpornografischen Darstellungen derzeit ermittelt wird, erklärte Leitenberger am Freitag im Ö1-Mittagsjournal: "Generalvikar Franz Schuster hat den Betreffenden sofort von all seinen Aufgaben, als Pfarrer, als Wallfahrtsdirektor, als Religionslehrer entpflichtet und vom Dienst freigestellt."
Grundlage für das Handeln der Erzdiözese Wien seien die 2006 nach rund vierjähriger Erarbeitung formulierten Richtlinien zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs. "Mit diesen Regelungen wird klar gestellt, dass jede Form des physischen, psychischen, sexuellen und emotionalen Missbrauchs kein Kavaliersdelikt ist, sondern einen Grund für die Entlassung aus dem priesterlichen Dienst oder aus dem Angestelltenverhältnis bzw. aus der ehrenamtlichen Tätigkeit darstellt", hielt Leitenberger fest.
Diese Bestimmungen gelten für alle, die sich im kirchlichen Bereich betätigen. "Es muss alles getan werden, damit es im Bereich der Kirche nicht zu Missbrauchsfällen kommt", betont Generalvikar Schuster im Geleitwort zu den Richtlinien. Sie bauen auf die Erfahrungen der "Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs" auf, die 1996 in der Erzdiözese Wien errichtet und maßgeblich von Msgr. Helmut Schüller aufgebaut wurde. Sie steht derzeit unter der Leitung von Univ.-Prof. Johannes Wancata, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Wien.
Die katholische Kirche setze aber schon in der Vorbeugung sehr konsequente Maßnahmen, ergänzte Leitenberger. In allen Ausbildungsgängen sowohl für Priester als auch für Laien werde auf diese Fragen großer Wert gelegt.